Alle verarscht: Die geleakten Aufnahmen von Bibi waren fake - Interview mit dem Schöpfer des Fakes

    share on:
    Alle verarscht: Die geleakten Aufnahmen von Bibi waren fake - Interview mit dem Schöpfer des Fakes

    Einige haben es bereits vermutet: Die angeblich geleakte Aufnahme, die Bibis unbearbeitete Tonspur von ihrem Song "How it is (Wap Bap) zeigt, war ein Fake.

    Der Rapper Jonas Platin, über dessen Twitter-Account die Aufnahme erstmals auftauchte, steckt dahinter. Doch wie kam es dazu?

    Jonas Platin stand uns Rede und Antwort: "Es war nur 'ne Spaß-Aktion. Meine Schwester hat mir auf YouTube "Out-of-Key"-Versionen von Songs gezeigt und ich wollte ihr dann zeigen, wie einfach so etwas teilweise möglich ist. Ich hatte damit nicht beabsichtigt Journalisten zu täuschen oder ähnliches. Für meine Ohren war es viel zu offensichtlich gefaked, da man durch den unrhythmisch geschnittenen Gesang hören kann, dass sich auch noch ein paar Gitarren im Hintergrund doppeln."

    Unrecht hat er damit nicht: Man hat es rausgehört. Viel erschreckender als die Experten, die sich damit brüsteten (s/o Buzzfeed) seid ihr, die es geglaubt haben. Wir wussten natürlich ohnehin bescheid und steckten mit Jonas unter einer Decke. Wie dieser Fake überhaupt entstanden ist? Das Prinzip nennt sich "Phasenverschiebung". Auf diese Art fertigen auch Produzenten Remix-Versionen an.

    Jonas erklärt das Verfahren genauer: Ich habe in FL-Studio die Instrumental-Version des Songs sample-genau unter Bibis Song gelegt und die Phase invertiert. Dadurch werden alle Instrumente so gut es geht vom Original subtrahiert. Durch diesen recht einfachen Prozess schafft man es oft, an die Acapella-Versionen von Songs zu gelangen. Das klappt nie perfekt, weil durch das Mastering die Lautstärke-Verhältnisse der Instrumente zueinander verändert werden. Das ist auch der Grund, warum man bei genauem Hinhören auch noch rhythmische Dopplungen im oberen Frequenzbereich hört. Diese mehr oder weniger gute Acapella Version habe ich dann gnadenlos, etwa 2 Tonstufen und einen Viertel-Ton höher als das Original gepitched, um sicherzugehen, dass auch wirklich jeder Ton absolut schief ist. Dann noch etwas zu spät einsetzen lassen, damit man denkt, sie trifft nicht mal den Takt (auch ein Gerücht, dass von vielen YouTubern stammt).

    Mit ein paar Handgriffen hat Jonas Platin also halb Deutschland verarscht. YouTuber standen Kopf, Millionen von Klicks flossen durch Jonas' kleinen Witz. Ob er das erwartet hätte?

    Im Gegenteil. Jonas war überwältigt: Also ehrlich gesagt hab ich am Tag davor sogar angekündigt, dass ich noch 1-2 Powertweets parat habe. Das mit Handy abgefilmte „Bad and Boujee“-Mashup ging, zumindest auf Twitter, fast genau so steil, wie die Fake-Studio-Version. Dass es der Fake jedoch auf mehrere News-Artikel, Radioberichte, Facebook-Tastisch-Seiten, die YouTube Trends und ins Fernsehen schafft, damit hätte ich nie gerechnet. Man muss erstmal realisieren, dass bis dato Schätzungsweise 3-5 Millionen Menschen das gehört haben.

    Hier äußert er sich auf seinem YouTube-Kanal genauer:

    Skinny

    Der freundliche Lauch von rap.de und http://Heckmeck.TV , der sich immer über alles aufregt ||| Rap, Scotch, Games, Comics, Frauen. In der Reihenfolge.

    comments powered by Disqus