Ein Tag auf dem Helene Beach Festival

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    Ein Tag auf dem Helene Beach Festival

    Wir verlosen zwei Tickets für das Helene Beach Festival. Dazu müsst ihr nur in die Kommentare zum hierzugehörigen Post bei Facebook oder Twitter eure Traumvorstellung eines Festivalereignisses niederschreiben. Zum Beispiel eins, wie auf dem Foto oben. Wir losen unter den besten aus.

    Die scheiß Sonne ballert dermaßen auf dein Zelt, dass du weder die Augen öffnen, noch weiter schlafen kannst. Du tastest 2 Minuten lang nach deinem Handy und findest es schließlich glühend heiß unter deinen Klamotten in einer kleinen Bierlache. Zumindest hoffst du, dass es Bier ist. Ein Blick aufs Display lässt dich aufstöhnen. Viel zu früh.

    08:00 Uhr. Du drehst dich zur schattigen Seite des Zeltes und der Kater kickt utopisch. Nach Luft schnappend gilt es erst einmal, deine Gedanken zu sortieren. Es ist viel zu früh morgens: Dein Magen fühlt sich an, als hättest du eine Flasche Rohrreiniger auf Ex getrunken und die Nachbarn spielen seit deiner Ankunft vor zwei Tagen immer noch die Cantina Band in Dauerschleife. Die Erinnerungen des gestrigen Tages kommen Stück für Stück und bringen Bilder von einer Wasserbombenschleuder und umgestürzten Dixie-Klos. Du verdrängst sie schnell wieder. An Frühstück ist noch nicht zu denken, geschweige denn an das erste Bier. Es hilft alles nichts, du versuchst noch ein wenig zu pennen.

    09:00 Uhr. Die letzte verzweifelte Hoffnung auf noch etwas Schlaf hast du dank den nun gefühlten 50 Grad C° in deinem Zelt fahren lassen. Umständlich öffnest du den Reißverschluss des Zelteingangs und robbst dich wie ein Verdurstender in der Wüste unter den Pavillon eures Camps. Dort erwartet dich schon dein Kumpel mit einer bedrohlich großen Bierbong in der Hand. Dein gequälter Blick gibt ihm zu verstehen, dass die Idee, sich zum Frühstück einen Liter Bier durch einen Trichter auf direktem Weg in den Magen zu befördern, in deinem Zustand gerade nicht angebracht ist. Noch nicht. Du hievst dich in einen von den Nachbarn „geliehenen“ Campingstuhl und atmest die frische Luft. Etwas Wasser, die sanft wehenden Brisen und der Schatten des Pavillons schaffen eine gute Atmosphäre um doch noch ein wenig zu schlafen.

    12:30 Uhr. !KLATSCH! Ein Schwall Wasser reißt dich aus dem Land der Träume. Der Schreck lässt dich samt Campingstuhl hintenüber fallen. Fluchend stehst du auf und siehst eine dir vollkommen unbekannte Person, sich in Lachkrämpfen auf dem Boden krümmend. Nach dem du den Typen fünf Minuten zur Sau gemacht hast, erklärt er dir, die Augenbrauen hinter der Marlboro-Werbegeschenk-Sonnenbrille hebend, dass ihr euch gestern Abend kennengelernt hättet – bei deinem Versuch, seinen Wodka zu stehlen. Dafür habe er noch etwas bei dir gut gehabt: dieses Etwas hat er nun eingelöst.
    Deine Blackouts sprechen für seine Story und so lässt du ihn ungestraft von dannen ziehen.

    13:30 Uhr. So kann es nicht weiter gehen. Du musst jetzt etwas gegen den Kater unternehmen. In feinster MacGuiver-Manier öffnest du eine Dose Ravioli mit einem Stein und deiner Gürtelschnalle und kippst den Inhalt in den fast sauberen Topf deines Campingkochers.

    14:00 Uhr. Frisch gestärkt überlegst du, ob es sich lohnt, das kernige Schweißaroma vom gestrigen Moshpit durch den algigen Seegeruch zu ersetzen. Die hübschen Mädels im Bikini am Strand helfen dir schnell dabei, dich für ein Bad zu entscheiden und du stürzt dich zwischen Wasserbällen und schwimmenden Bierdosen in das erfrischende Nass. Nach ein paar Minuten fragt ein blondes Mädchen dich, ob du ihr helfen kannst, ihren Ohrring zu finden, den sie beim Tauchen verloren hat. Es dauert nicht lange bis du den verlorenen Ohrring mit deinem Fuß ertastest. Glücklich nimmt sie den Schmuck entgegen und schreibt dir nach dem Abtrocknen mit einem Edding ihre Nummer auf den Arm.

    15:00 Uhr. Zurück in deinem Camp checkst du deine verbliebenen Alkohol-Vorräte. Eine halbe Palette Dosenbier und ein bisschen Wodka sind noch übrig. Inventur beendet.
    Mit jeweils vier Bier bewaffnet ziehst du mit einem Kumpel los, um Leute für eine gepflegte Runde Bierball zu suchen.

    15:02 Uhr. Nur wenige Meter von eurem Zelt entfernt stoßt ihr auf eine Gruppe Gleichgesinnter, die aber darauf bestehen, dass das Spiel Flunkyball heißt. Die daraus entstehende Diskussion ufert beinahe in eine Schlägerei aus, endet dann aber darin, dass euch der Name nach vier Runden egal ist. Ihr zieht weiter und schaut euch die Absurditäten an, die ein Festival so mit sich bringt. Da vorne hat sich jemand aus einem Ast einen überraschend echt aussehenden Baseballschläger geschnitzt und zerteilt damit Spreewälder Essiggurken in ihre atomaren Einzelteile.
    Neben euch steht ein Kerl, der sich gerade stolz die 15te leere Bierdose an den behaarten Bauch klebt. Während er die 16te öffnet, versucht ein Typ im Meerjungfrauenkostüm, euch zu einem Freestyle-Battle zu überreden. Mit den geflügelten Worten „Bruder, muss los“ legt ihr einen eleganten Abgang hin.

    20:00 Uhr. Einige Bierchen und viele verrückte Begegnungen später macht ihr euch auf den Weg zu den Bühnen. Neben HipHop-Größen wie SSIO, Azad oder der 187 Strassenbande treten auch Pop und Electro Künstler auf. Egal ob der Moshpit bei Trailerpark oder das Tanzen bei Fritz Kalkbrenner, für jeden deiner Freunde gibt es ein ganz persönliches Highlight.

    24:00 Uhr. Nach vier Konzerten und der ein oder anderen Trinkpause siehst du plötzlich die Blonde vom See, deren Handynummer noch auf deinem Arm prankt. Mit suchendem Blick steht sie an einem der zahlreichen Bierstände und du schlenderst locker zu ihr rüber. Erfreut dich zu sehen erzählt sie, dass sie ihre Freundinnen beim Chefket Konzert verloren hat. Du bestellst euch beiden ein Bier und ihr berichtet euch von den Erlebnissen des Tages. Es gibt einfach keinen besseren Icebreaker, als freestylende Meerjungfrauen.

    01:00 Uhr. Zusammen wollt ihr noch zum Gig der Turntable Hools. Auf dem Weg dorthin erzählt sie dir, wie ein Typ, dem sie gestern angeblich den Wodka geklaut habe, ihr heute Morgen einen Eimer Wasser über den Kopf gekippt hat. Sie erinnert sich zwar nicht mehr daran, weiß aber auch generell nicht mehr so viel vom gestrigen Abend. „Dieser gerissene Hund“ denkst du, während du ihr tränenlachend dein Zusammentreffen mit dem menschlichen Wasserwerfer schilderst.

    03:00 Uhr. Der Festivaltag neigt sich dem Ende. Erschöpft vom Auftritt der plattenwirbelnden K.I.Z. Alter Egos macht ihr euch auf den Rückweg zum Campingplatz. Unter dem leuchtenden Sternenhimmel steigt ihr über am Strand schlafende Schnapsleichen, die die Suche nach ihrem Camp lieber gar nicht erst angetreten sind und verschwindet Arm in Arm, leicht wankend, zusammen in Richtung ihres Zeltes.

    Wenn Tage wie diese deinen Geschmack treffen, solltest du unbedingt das Helene-Beach-Festival am 28.-31.07 abchecken.. Hip-Hop Größen wie Trailerpark, 187 Strassenbande, Ali As oder Azad werden da sein.

    RapIstChief

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