Auf Safari durch alte MySpace-Profile deutscher Rapper

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    Auf Safari durch alte MySpace-Profile deutscher Rapper

    Vor langer, langer Zeit, als Moneyboy noch fleißig für die Uni paukte und Sierra Kidd in seine Windeln machte, verbreiteten Rapper ihre Musik über MySpace. Wer glaubt, dass nun ein gähnend langweiliger Gastbeitrag von Falk Schacht über die Geschichte des Hip-Hops um die Jahrtausendwende folgt, kann beruhigt aufatmen. MySpace? Stimmt, da war doch was. Wir haben die Fundgrube der Social Media-Plattform durchwühlt und sind auf ein paar echte Schätze gestoßen.

    Weil auf My Space inzwischen weniger los ist, als bei einer Autogrammstunde von Alpa Gun, hat der eine oder andere offensichtlich die Pflege seines Profils vernachlässigt. Das sorgte nicht nur für die kürzliche Hack-Welle auf anderen, aktuellen Plattformen - sein Passwort sollte man regelmäßig ändern und Seiten wie MySpace weisen nun mal irgendwann Sicherheitslücken auf, liebe Rapper - sondern auch für faszinierende fossile Funde in Fotoform.

    Nur wenige Klicks führen uns in eine fast vergessene Hip-Hop Epoche, in der Visa Vie noch rappt und mit lasziven Posen und viel nackter Haut Aufmerksamkeit erregen will. Wer hätte gedacht, dass die 187 Strassenbande früher Fotos totgefahrener Nagetiere postete und mit "Schön, wie die Gedärme mit den Pflastersteinrillen verschmelzen..." kommentierte.

    Einige Dinge haben sich aber auch nicht geändert. Frauenarzt befummelte schon 2008 halbnackte Weiber, Al Gear war hemmungslos dem Glücksspiel verfallen und Bonez MC & Gzuz kombinierten stilsicher Lacostepullis mit Bauchtaschen. Dass deutsche Rapper schon immer ein glückliches Händchen in Sachen Mode hatten, beweisen auch Fler, Manuellsen und Kay One mit knallbunten Ed Hardy T-Shirts. Naja, alles besser als Deus Maximus. Kollegahs Modemarke, die vor Allem Camp David Trägern großen Anklang findet.

    Auch Bushido bewies schon lange vor dem Release seines Songs "Jeder meiner Freunde fickt jeden deiner Freunde", dass es sich bei der Aussage nicht um irgendeine hohle
    Phrase handelt. Unterstützt wird er dabei von seinem ehemaligen Fuckbuddy Kay One, auch wenn die Bildunterschrift beschwichtigend verkündet "Nicht wonach es aussieht.... :)".

    Abdis Frisur in Anlehnung an den brasilianischen Stürmer Ronaldo schreit förmlich nach einer Facebookseite mit dem Titel: “Rapper, die den Swag aufdrehen”. Für Leute, die aus Schadenfreude die Facebook Timelines ihrer Freunde bis ganz nach unten scrollen, um Leichen in deren Kellern zu finden, ist MySpace jedenfalls genau der richtige Ort.

    Alle Bildquellen: MySpace.com Seite des jeweiligen Künstlers

    Paul Schwenn

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