Sonny Black (2014)

Gerade als es so schien, als sei Bushido in der Popstar-Anzugträgergesellschaft angekommen und die Rapszene sich damit abfand, ihr einstiges Zugpferd verloren zu haben, kam es zum größten Wendepunkt in Bushidos Karriere: Mit Kay One verließ ihn ein langjähriger Wegbegleiter scheinbar über Nacht und packte kurze Zeit später im Fernsehen Insiderstorys aus, der Stern titelte „Bushido und die Mafia“ und auch die Bildzeitung war ihm nicht sonderlich wohl gesonnen. Was für viele Rapper ein schnelles Karriereende bedeutet hätte, nutzte Bushido zu seinem Vorteil; kanalisierte seine Wut und brachte mit Sonny Black genau das Album, auf das die Fans gewartet hatten: rohe Beats, kompromisslose Texte und ein Bushido der stark an vergangene Zeiten erinnerte. Inhaltlich wurde genau jenes Image bedient, das die deutsche Medienlandschaft ihm aufzudrücken bemüht war: Bushido inszenierte sich als unantastbarer Strippenzieher in der kriminellen Unterwelt Berlins, beleidigte alles und jeden beginnend bei Fußballspielern über andere Musiker bis hin zur Spitzenpolitik und die Rapszene feierte. Die Chartspitze und Goldplatten in gleich drei Ländern waren der Lohn für ein Album, das an Fanservice kaum zu überbieten ist und Bushidos angeknackste Legacy innerhalb kürzester Zeit reparierte.