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Sido: Vom Arschficksong zum Astronaut

Sido scheint Zeit seines Lebens mit sich selbst zu hadern. Bin ich jetzt der rebellische Straßenrapper oder der Castingshowjuror? Der Typ der sich auf Konzerten mit Becherwerfern prügelt oder der professionelle Musiker? Lieber ein Song mit Savas oder mit Mark Forster? Er weiß es wohl selbst nicht.

Olson: Vom Kneipenschläger zum Instagram-Musiker

Der Weg vom glatzköpfigen Freizeithooligan namens Olson Rough, der hauptsächlich über Jugendsünden, Alkoholeskapaden und seine Gewaltaffinität rappte bis zum Olson den wir heute kennen war für viele Fans nicht besonders nachvollziehbar. Der drastische Imagewechsel hin zum Jeanshemdträger mit Föhnfrisur dauerte in etwa so lange wie es eben dauert, sich ein solch beeindruckendes Haupthaar wachsen zu lassen. Hinzu kam viel Gesang, Popmelodien und kommerziellere Beats. Fertig ist das Hassobjekt der alten Fans.




Fabian Römer: Vom Wunderkind zum langweiligen Erwachsenen

Fabian Römer galt einst als das größte Raptalent in Deutschland, umso tragischer für mich sein Wandel. Kaum in den mittleren Zwanzigern angekommen, hätte sein Imagewechsel nicht Klischeehafter ablaufen können. “Die Chronik des Erwachsen werdens”: Nach Berlin ziehen, neues Album, statt F.R. der Wechsel zu seinem bürgerlichen Namen Fabian Römer und statt wie gehabt mit Beats vom Drumcomputer wurde für sein Album nun mit ECHTEN Instrumenten gearbeitet. Was dabei rauskommt? Gewollt künstlerische Songs, auf denen er Sachen Rappt wie “Dreh den Nebel um, dann steht da das Leben – rückwärts gelesen“…

Prinz Pi: Vom Prinz im Untergrund zum König der Hipster

Der Imagewandel, der wohl am kritischsten aufgenommen wurde, ist mit Sicherheit der von Prinz Pi. Das Untergrundjuwel, der reale Hoffnungsträger des Deutschrap, die Berliner Legende. Auf dem Weg von Porno zu Pi, von Cap zu Föhnfrisur, von “Keine Liebe” zu “Kompass ohne Norden” verlor er viele Fans, die ihm Geldgier, Kommerzialisierung und Verrat an der Kultur vorwarfen. Allerdings gewann er noch viel mehr neue Fans, die genau das fühlten, was ein Ü30 Rapper von den ersten Studiensemestern und den Problemen der Jugendlichen Mittelschicht erzählte. Die Rapszene weint der Kontostand lacht.

 

Photoquelle: Cover "Im Westen nichts neues"