24. Juli 2019
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Heckmeck.TV Throwback: Das „Beste“ aus Toonys Vergangenheit

Heckmeck.TV Throwback: Das „Beste“ aus Toonys Vergangenheit

 
Summary:

Ruhig und unbemerkt startet Toony gerade einen Versuch, erneut in der Deutschrap-Szene Fuß zu fassen. So dümpelt aktuell sein neuester Song „Fakewelt“ in Zeiten von Klickkauf-Skandalen bei knapp unter 2000 Klicks herum. Was zuerst nach einem katastrophalem Verfall seiner Reichweite klingt, ist aber genau der richtige Weg: Nicht nur verzichtet der Platz-34-Rapper auf  die heute in Deutschrap fast schon obligatorische künstlich erkaufte Relevanz; er ist gleichzeitig auch frei von völlig überzogenen Kontroversen, die seine Karriere vor allem zwischen 2013 und 2015 geprägt haben. Ein Paar von diesen Jahre später in einer Phase der Beruhigung wieder auszugraben wäre also fast schon moralisch verwerflich. Aber hey, wir haben gerade sowieso zu wenig Artikel-Ideen, also los geht’s:

Unnötige Beefs

Wenn es während der ersten Hälfte der 2010er-Jahre im Deutschrap-Dschungel ein Naturgesetz gab, dann dass Beef die beste Promo ist – egal mit wem, egal warum, egal wie unnötig es wirkt. Komplett ohne ihm wirtschaftliche Beweggründe vorzuwerfen hat kaum ein Deutschrapper ein derart beeindruckendes Portfolio an (mal mehr, mal weniger nötigen) Disstracks wie Toony: 2011 angefangen mit dem MoTrip-Diss „Moby Dick“ folgten in den Jahren darauf Tracks gegen Fler, Seperate, Baba Saad, Schwesta Ewa und sogar Worldstar Hiphop. Natürlich immer begleitet von einem Like/Dislike-Verhältnis, bei dem man sich heute einfach nur einen Klick-Käufer-Kai wünschen würde. Auch gab es Sticheleien gegen Jalil, JuliensBlog, Sido und viele mehr – zum Glück hat aber nicht jede Fehde für einen eigenen Track gereicht.

Erziehungsblogs & Erziehungstalk

Und was macht man, wenn man gerade keinen Beef in der Musik austrägt? Man trägt Beef in Form von Youtube-Videos aus! Die kultigen „Erziehungsblogs“ von Toony sind ein Format, in dem – nie unter 10 Minuten – Auseinandersetzungen zwischen Toony und anderen Rappern thematisiert wurden. Das Ganze wurde auch erstaunlich gut geklickt und so bekamen wir als Krönung nach dem Erfolg von Kollegahs „Bosshaft Latenight“ auch eine zweite Deuztschrap-Show aus Düsseldorf: Der „Erziehungstalk“ – eine eigene Show des schlesischen Muskeldonners samt Gästen und eingespielten Soundeffekten á la Stefan Raab. Durchsetzen sollte sich das Format nicht und so sind alle Aufnahmen der Show nach recht kurzer Zeit wieder aus dem Internet verschwunden.

Kopfgeld auf JuliensBlog

Einen ersten großen Hype erfuhr Toony durch sein Kopfgeld auf Youtuber Juliensblog, der zuvor mit grenzwertigen Witzen über unter anderem Religionen und Kranke polarisiert hat. Äußerst unterhaltsam protokolliert wurde das Vorhaben, den Youtuber zu finden, von unseren Kollegen von TVStrassensound, die den Rapper regelmäßig mit Interviews begleitet haben und einmal sogar quer mit ihm durch Osnabrück gefahren sind. Juliensblog konnte auch nach intensiver Suche nicht ausfindig gemacht werden, von seinen Kämpferqualitäten konnte Toony uns aber trotzdem im Folgejahr überzeugen – in einem Promiboxkampf gegen OJ Kingpin.

Clinch mit der Rapupdate-Community

Zum Schluss ein zweites Naturgesetz aus der Deutschrapszene von 2013: Wer ständig polarisiert, ist ständig auf Rapupdate. Und wer ständig auf Rapupdate ist, der wird zum Thema kreativer Beiträge im Kommentarbereich. Während andere Rapper auf die – zugegeben oft unter die Gürtellinie gehenden – Kommentare gefasst reagierten, zettelte Toony immer wieder neue Runden im Beef gegen die Rapupdate-Community an und reagierte regelmäßig ausführlich auf den Hate. Das Ergebnis: Die Stimmung gegen ihn kippte immer weiter und Hashtags wie „TieH“ (Toony ist ein H****sohn) wurden immer populärer. An sich ist ein Streit zwischen Unbekannten im Internet und Rappern immer recht unproduktiv und peinlich, ein Großteil der Gefechte mit Toony bildet jedoch eine Ausnahme: Denn neben vielen lustigen Kommentaren sind sogar ganze Videos entstanden, die extrem unterhaltsam sind und statt bloßen Beleidigungen auf schlüssigen Kritikpunkten basieren.

Selbstverständlich sind das längst nicht alle unterhaltsamen Momente und Aktionen, die Toonys Karriere zwischen 2013 und 2015 zu dem gemacht haben, was sie war. Deswegen können wir auf einen zweiten Teil dieses Artikels und vielleicht sogar neue Unterhaltung in seiner aktuellen Promophase gespannt sein.

 

Geschrieben von
Matthias
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