Luka Dončić: Warum er in dieser Saison ernsthafte MVP-Chancen hat

Von Eric drost, CC BY 2.0, Link

38,3 Punkte, 8 Rebounds und 8,1 Assists pro Spiel – Luka Dončić ist in die NBA-Saison 2026/27 gestartet, als hätte er persönlich beschlossen, beim MVP-Rennen möglichst schnell ein Statement zu setzen. Nach sieben Spielen steht er bei Zahlen, die selbst für seine Verhältnisse völlig absurd sind. Und die Los Angeles Lakers liefern mit einer Bilanz von 6:2 ebenfalls die passende Grundlage für eine ernsthafte MVP-Kampagne.

Ohne LeBron noch mehr Luka

Seit LeBron James im Sommer Philadelphia den Vorzug gegeben hat, gehört die Lakers-Bühne endgültig Luka. Und der Slowene scheint die Rolle als alleiniger Franchise Player geradezu zu genießen. Er kontrolliert das Spiel, übernimmt in engen Situationen Verantwortung und produziert nebenbei Scoring-Zahlen, bei denen selbst Videospiel-Entwickler irgendwann den Schwierigkeitsgrad runterdrehen würden.

Dass die Lakers dabei nicht nur von Luka abhängig sind, macht die Sache besonders interessant. Austin Reaves liefert ebenfalls starke Leistungen, die Mannschaft funktioniert als Einheit und steht bereits bei sechs Siegen aus acht Spielen. Wenn Dončić die aktuelle Form hält und die Los Angeles Lakers in der Regular Saison entsprechend weit oben stehen, wird es für die MVP-Wähler schwer, an ihm vorbeizuschauen.

Selbst Giannis kommt ins Schwärmen

Wie beeindruckend Lukas Saisonstart ist, zeigte auch das jüngste Duell mit den Miami Heat. Beim 138:117-Sieg der Lakers war Dončić mit 42 Punkten und 13 Assists einmal mehr der überragende Mann auf dem Parkett. Auf der Gegenseite stand mit Giannis Antetokounmpo immerhin ein zweifacher MVP, der nach der Partie ungewöhnlich deutliche Worte fand:

„Obviously, he’s one of the best scorers to play this game, if not the best“, sagte Giannis zunächst. Auf die Nachfrage, ob Luka aktuell der beste Scorer sei, legte er nach: „Not right now. Of all time. I feel like some people are scared to say that, but he’s got to be up there.“

Eine ziemlich deutliche Ansage. Wenn selbst Giannis öffentlich darüber spricht, dass Luka zu den besten Scorern aller Zeiten gehört, darf man das durchaus als Ritterschlag verstehen.

Jokic schwächelt – und die MVP-Müdigkeit?

Auch die Konkurrenz spielt Luka momentan ein wenig in die Karten. Nikola Jokić, einer der größten MVP-Konkurrenten, ist vergleichsweise verhalten in die Saison gestartet. Nach sechs Spielen kommt der Serbe auf 22 Punkte, 9,7 Rebounds und 9 Assists im Schnitt. Für einen normalen NBA-Spieler wären das fantastische Werte. Für Jokić sind sie allerdings ein Stück unter seinem üblichen Niveau – und auch seine Wurfquoten, vor allem FG3% sind mit 22.6% bislang deutlich ausbaufähig.

Dazu kommt ein Faktor, über den jedes Jahr diskutiert wird: Voter Fatigue. Jokić hat den MVP-Award bereits dreimal gewonnen, Shai Gilgeous-Alexander zuletzt sogar zweimal in Folge. Natürlich sollte der Award nicht nach dem Prinzip „Der war jetzt oft genug dran“ vergeben werden. Trotzdem könnte es Luka helfen, wenn die Wähler Lust auf ein neues Gesicht an der Spitze haben.

Der MVP-Titel ist mehr als nur eine Zahlenspielerei

Natürlich ist die Saison noch jung. Sieben Spiele sind keine belastbare Grundlage, um bereits Pokale zu verteilen. Aber Dončić bringt aktuell alles mit, was ein MVP-Kandidat braucht: überragende individuelle Zahlen, ein erfolgreiches Team und eine zentrale Rolle, die sich kaum wegdiskutieren lässt.

Vor allem die Perspektive der Lakers macht seine Chancen spannend. Wenn das Team gesund bleibt und diese Form über den Winter halten kann, könnten die Los Angeles Lakers auch ein ernsthafter Contender werden. Und sollte Luka seine Leistungen auch über die kommenden Monate bestätigen, führt beim MVP-Award kaum ein Weg an ihm vorbei.

38 Punkte im Schnitt, ein 6:2-Start und Lobgesänge von allen Seiten. Schlechte Argumente sehen definitiv anders aus.

Redakteur

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