Die erste Reihe

Auf jedem Konzert stehen sie ganz vorne. 3-4 Frauen der Kategorie Barbie, von denen absolut niemand weiß, warum sie hier sind. Hin und wieder zücken sie ihr Smartphone um die Insta-Story aufzupolieren und sonst verharren sie mehr oder weniger regungslos direkt vor der Bühne. Alle fragen sich, was sie eigentlich hier wollen, bis zu jenem schicksalhaften Moment, wo der Rapper endlich IHREN SONG ankündigt. Ein lautes „wuuuuh“ erschüttert die Location und für 3 Minuten wird die erste Reihe zu einem Ort an dem wehende Extensions und schiefer, piepsiger Gesang dominieren nur um nach abklingen des Songs wieder ins alte Schema zu verfallen und sich mehr um Instagram als um das Konzert zu kümmern.

Der Backup ohne Feingefühl

Das Konzert ist in vollem Gange, seit einer halben Stunde geben Rapper und Fans alles und dann kommt er, dieser eine hoch emotionale Song, den jeder kennt, jeder seit Jahren feiert und wegen dem der halbe Saal überhaupt erst gekommen ist. Die Performance stimmt von allen Seiten, die Stimmung schaukelt sich zum emotionalen Höhepunkt hoch und alle warten auf diese eine Line, die den Song ausmacht und sind bereit, sie aus voller Seele mitzubrüllen. Es ist so weit, der Mann auf der Bühne rappt die Aufbauline und hält das Mic mit einer Geste, die nichts anderes aussagt als „jetzt dürft Ihr“ in Richtung Crowd und was macht der Backup? Er ruiniert diesen wunderbaren Moment und schreit die Zeile, die eigentlich den Fans vorbehalten gewesen wäre so laut er nur kann in sein Mikrofon. Das Schlimmste ist, er merkt vermutlich nicht mal was er damit angerichtet hat.

Die Kinderfans

Fans der Ersten Stunde von Acts wie Marteria, Alligatoah oder Casper können vermutlich ein Lied davon singen, aber mittlerweile kann es aufgrund der Popularität von Rap eigentlich überall passieren. Man kommt zum Konzert und fühlt sich eher wie auf einem zehnten Geburtstag. Niemand kennt die älteren Songs, kaum ein Besucher geht wirklich ab und man kann seinen Blick nicht von den Vätern nehmen, die völlig verständnislos an der Bar sitzen und hoffen, dass sie bald wieder hier rauskommen. Im Prinzip unangenehm für jeden einzelnen Beteiligten.

Das Getränk im Moshpit

Wenn es eine Sache gibt, die Metal-Fans einfach viel besser können als HipHop-Fans, dann sind es Moshpits. Seit einigen Jahren findet dieser Kreis in dem geschubst und gerempelt werden darf (und soll) immer mehr Einzug auf Rap-Konzerten, allerdings sind die Fans in diesem Segment noch ziemlich ungeübt. Gerne holt sich ein besonders witziger Typ in den späten Teenagerjahren an der Bar noch schnell das größte Bier aller Zeiten, bevor er in den Moshpit geht, um dort jeden einzelnen Anwesenden komplett zu durchnässen. Selbst nach 2 Songs scheint sein Becher noch immer nicht leer zu sein, denn kaum kommt man in seine Nähe, wird man von einer Bierfontäne daran erinnert, was für ein dummer Hurensohn der Typ ist.