24. September 2019
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TIMUR Bartels im Interview: „Ich will einfach das machen, was ich fühle“

TIMUR Bartels im Interview: „Ich will einfach das machen, was ich fühle“

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Hi Timur. Wie geht es dir?

Alles soweit so gut, heut‘ scheint die Sonne in Berlin, von daher alles entspannt und alles gut soweit. Bei dir?

Reden wir erst mal über dich – Ich habe bei den Recherchen gerade folgendes über dich gefunden:

Bartels spielt verschiedene Instrumente, darunter fallen Klavier, Keyboard, E-Gitarre, Schlagzeug, Saxophon, Akkordeon. Außerdem ist er sehr sportlich und verfolgt Jiu Jitsu, diverse Kampfsportarten, Kickboxen, Skateboard, Snowboard, Tennis, Wakeboard, Windsurfen, Segeln/Segelschein Tanz (Standard, Hip-Hop, Ballett), Gesang (Bariton / Chor, Jazz, Klassik, Musical, Pop, Rock) und Eiskunstlauf

Mal umgekehrt: Gibt es denn auch Dinge, die du gar nicht gerne machst?

Ich glaube, ich bin oft schnell gelangweilt immer, den gleichen Alltag zu haben. Ich brauche immer verschiedene Sachen. Deswegen habe ich auch die Richtung Schauspiel gewählt. Nach dem Abi habe ich überlegt, was ich nun mache. Ich könnte nicht den ganzen Tag im Büro sitzen und die Filmbranche hat den Vorteil, dass du immer neue Drehbücher, neue Projekte und neue Leute um dich hast. Das ist Projektarbeit, man arbeitet da ein-zwei Monate dran, kann einen Haken dran machen und dann kommt schon wieder das nächste. Verrückte Seite, wo das stand.

Als Schauspieler verkörperst du verschiedene Rollen und Personen vor der Kamera. Wie ist es denn nun, sich selbst vor der Kamera zu verkörpern?

Also ich muss ehrlich sagen, das ist ungewohnt gewesen das erste Video zu drehen. Ich war auch noch nie vorher bei einem Musikvideodreh dabei, das hat sich jetzt nie ergeben und musste ich nie machen. Ich habe den Song da voll laut mitgesungen wie ich es im Studio schon gemacht habe, obwohl es sowieso mit dem Song synchronisiert wird. Da haben mich alle Leute angeschaut und gedacht „gut, da will der Junge seine Energie reinstecken“. Aber ist schon irgendwie ungewohnt, es ist was ganz Anderes. Als Schauspieler kannst du dich immer hinter irgendwelchen Rollen verstecken und so sein, wie du auch mal sein willst. Das ist halt was ganz anderes.

Inwieweit hilft dir dein Talent bei den vielen Instrumenten als Musiker?

Das sind nun nicht alles Instrumente, die man jeden Tag übt. Meistens spiele ich Klavier – aber ich habe früher halt immer mal paar Jahre ein Instrument gespielt. Man hatte irgendwie so die Möglichkeit gehabt in der Schule mit den AGs und dann hat man es immer ein bisschen weiter gemacht. Es hilft einen aber auf jeden Fall schon, wenn man mit anderen Musikern zusammenarbeitet, aber ich habe halt auch ein Produzenten-Team und die sind die Profis im Musik machen. Man kann seinen eigenen kreativen Output immer mit reingeben, aber jeder hat da auch sein Fachgebiet.

Bei den Recherchen ist mir noch ein Thema aufgefallen. Sofern bei dir im privaten Umfeld auch nur etwas Kleines passiert, gibt es direkt reißerische Titel bei Gala, Promiflash und all den anderen Blättern. Ist das Fluch oder Segen?

Also, ich würde es eher als Fluch bezeichnen, denn diese Blätter schreiben meistens irgendwas. Ich glaube, die berichten generell wenig über Rap. Ich habe selten was in der Bunte oder Gala außerhalb von Echo oder Bushido-Skandalen was von Rap gelesen. Ich persönlich finde das nicht so cool und mir bringt das auch überhaupt nichts. Ich finde das eher nervig, weil auch die Überschriften meistens völlig übertrieben sind. Brauch keiner, das ist alles nur Trash meistens. Ich habe zum Beispiel mal so eine Serie gemacht, die hieß „Club der roten Bänder“ und ich habe mal mit einer Kollegin ein Foto gemacht, da haben wir unsere Hand gehalten und auf den Fernseher gezeigt und dazu gepostet „nächste Woche kommt die nächste Folge“ und dann gab es gleich die Überschriften, ob wir ein Paar seien. Total übertrieben.

Du meintest in einem alten Interview, dass Schauspielen dein Plan A sei – einen Plan B hattest du nicht. Wie hat sich das Ganze nun mit der Musik verändert?

Ich wollte so mit 14/15 immer Musiker werden, da habe ich allerdings viel mehr Rock gehört und auch eine Band gehabt. Das ist damals außer Augen geraten und schien mir damals sehr unrealistisch. Ich kannte dann Leute in meinem Alter, die in ein paar Filmen mitgespielt haben durch die Theater AG in der Schule und die haben ich dann so ein bisschen mit reingezogen, aber das war ursprünglich nie der Plan, Schauspiel zu machen. Mit 17/18 habe ich das dann ein bisschen mehr ausprobiert und dachte, es wäre geil, dass beruflich zu machen, weil es sehr abwechslungsreich ist. Man lernt auch immer spannende Leute kennen. Ich habe letztens einen Bestatter gespielt und dann habe ich auch beim Bestatter mal hospitiert – ich musste im Film mit einer Leiche arbeiten und die haben mich gefragt, ob ich das auch mal bei einer echten Leiche machen mag. Irgendwelche komische Sachen, die man sonst nicht machen würde, das ist schon interessant. Dann habe ich mir gesagt, okay, ich habe Bock darauf, ich gehe da All-in und versuche es solange, bis es dann irgendwie funktioniert. Jetzt läuft es so langsam. Ich habe einen Schauspielfotografen mal durch einen Song von mir geschickt und der kannte die Musikproduzenten, mit denen ich nun zusammenarbeite. Das Großartige ist, ich verdiene mein Brot durch die Filme, die ich mache und muss Musik nicht machen, um meine Miete zu zahlen. Ich muss mich da nicht anpassen und kann machen, worauf ich Bock habe.

 

 

In wieweit verfolgst du eigentlich die Hiphop-Szene? Wer sind dein Lieblingskünstler, hast du Vorbilder?

In meiner Playlist läuft tatsächlich viel Gringo, ich habe das sehr gefeiert, dass er bei dem ersten Song dabei war, weil ich Feier das sehr vom Flow. Sonst höre ich auch viel Samra, Capital, ich Feier auch Summer Cem, Kontra K. Sehr Mainstream-mäßig. Das ist aber so der Sound, den ich gerne höre.

Auf deiner ersten Single „Alles erlaubt“, einem sehr melancholischen Song über das Sterben, Depressionen und Co. hast du mit Gringo direkt einen großen Namen als Feature. Wie hast du aus „Gringo ist sauer“ – „Gringo ist traurig“ gemacht?

Die Idee war ja, wir hatten uns kennengelernt und ich habe ihm erzählt, was ich gemacht habe. Das größte Projekt war ja die Serie „Club der röten Bänder“, und da ging es ja um krebskranke Kinder im Krankenhaus. Die hat das so schon berührt und wir hatten die Idee, daraus eine kleine Spendenaktion zu machen und einen Teil der Einnahmen an verschiedene Vereine zu spenden , die sich für Kinder mit Krebs engagieren. Das fand er auch eine gute Idee und da hatte er auch Bock drauf. Gringo hat ja seinen Part geschrieben – Ich musste ihn da nicht groß traurig machen. Er hat gespürt, worum es geht und direkt aufgenommen. Es ist wirklich mal eine andere Seite, auch von ihm, eine großartige Sache. Ich glaube auch nicht so viele andere Leute hätten sich das unbedingt getraut. Das ist ja kein Gangster oder Straßensong, ich hatte ja auch noch nie einen Song released und bin eigentlich Schauspieler.

Dein zweiter Song mit Kalazh könnte kaum mehr anders klingen, als „Alles erlaubt“. Ist das gerade alles noch so Musik, in der du dich ausprobierst?

Ja, genau. Das ist schon so ein bisschen der Plan. Das Gute ist, man kann auch bisschen melodischer machen, bisschen rap-mäßiger. Ich will einfach das machen, was ich fühle, worauf ich Bock habe. Der Plan ist nun erst mal, ein paar Singles rauszubringen und die Songs werden auch unterschiedlich sein, ich finde das eigentlich ganz cool, wenn man nicht weiß, was einen als nächstes erwartet. Auch die nächste Nummer wird wieder bisschen anders – so ’ne Brücke aus Pop und Hiphop.

Beide Songs sind von Goldfinger Beatz produziert – Ist das quasi schon dein Stammproduzent geworden?

Der Stammproduzent ist Hubi, Goldfinger hat bei beiden Songs auch mit dran gearbeitet, aber ursprünglich arbeite ich mit Hubertus Dahlem zusammen, Hubi. Goldfinger kenne ich durch das SLS-Team und die SLS-Jungs. Die kenne ich durch ein Schauspiel-Kollege, der mit den Jungs befreundet ist. Die haben auch die ganze Musik für „4Blocks“ gemacht. Darüber entstand das sozusagen. Ich mache ja schon länger Musik, wollte die aber nie rausbringen, weil ich noch nicht so weit war und „Alles erlaubt“ war so die erste Nummer, die ich richtig geil finde und dachte, so will ich es machen.

Worauf arbeitest du musikalisch hin – ist da irgendwo gerade im Kopf das Ziel „Album/Mixtape“?

Doch, mit Sicherheit. Dafür gibt’s jetzt noch kein Datum oder so. Die nächsten Releases werden erstmal nur ein paar Singles, da gibt es noch nichts Genaues zu einem Album.

Bald kommt dann auch schon deine dritte Single, oder? Kannst du da schon etwas sagen?

Wir sind uns noch nicht ganz einig, welcher Song als nächstes kommt. Aber der nächste wird Solo sein, nur ich allein. Der ist dann auch mal wieder ein bisschen anders, bisschen ernstere Nummer.

Danke für das Interview. Die letzten Worte gehören dir.

Vielen Dank, dass du mich zu dir geholt hast sozusagen. Ich habe ja den Kanal auch schon konsumiert als Fan.

Geschrieben von
kollin
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