18. Juni 2019
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Kontra K: Die rappende Version der Cantina Band

Kontra K: Die rappende Version der Cantina Band

 

Bereits kurz nachdem Kontra K vor gut zehn Jahren die ersten Songs über das eigene Label „DePeKa Records“ veröffentlichte, galt er schon als Geheimtipp innerhalb der Szene. Seine ersten Alben und Mixtapes konnte man noch eher in die Straßenrap-Schublade packen. Der Stil sollte sich aber schnell wandeln, weg von expliziten Inhalten, hin zu Motivationstracks und Storytelling. Die Formel ging auf, denn nach einem rasanten Aufstieg rund um seine „Wölfe“-EP verging kein Jahr mehr ohne ein neues Kontra-K-Album. Klingt erst mal ganz gut, doch seit mindestens fünf Releases erinnert uns Kontra K musikalisch eigentlich nur noch an die Cantina Band, ganz frei nach dem Motto „Never change a running System“. Alleine der Fakt, dass er im Zuge der aktuellen Promophase zu seinem kommenden Album den vierten(!) Teil eines Songs veröffentlicht, sollte das Schaffen von Kontra K in den letzten Jahren ziemlich gut beschreiben. Ich wiederhole: Vier Teile eines Songs. Das ist ein Teil mehr als nötig war um die gesamte „Herr der Ringe“-Story zu erzählen. Kreativität und Innovation komplett fehl am Platz. Ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum das Konzept allerdings immer noch aufgeht – man betont ja immer, es gäbe nicht dieses eine Rezept für einen Hit.

Kurz vorweg: Auch wir haben mal voller Spannung die Karriere von Kontra K verfolgt – Das Album „12 Runden“ und die nachfolgende „Wölfe“-EP müssten auch noch irgendwo in unseren Musikregalen verstauben. Eben diese EP, die die Karriere von Kontra K binnen weniger Wochen drastisch veränderte und sein Debütrelease beim Majorlabel darstellte. Der Geheimtipp-Status war fortan weg – Kontra K konnte sich in der Szene einen Namen aufbauen. Die ersten 1-2 Alben danach konnte man auch noch eine Weiterentwicklung raushören, aber nun, beim mittlerweile fünften Album, das genau so klingt wie das zuvor, sollte doch wirklich jeder gesättigt sein. Ein bisschen Gerede über Loyalität und Moral hier, ein paar Motivationssprüche zum Sport da und fertig ist das Kontra K Album. Die musikalische Komfortzone wurde nun seit fünf Jahren schon nicht mehr verlassen. Doch eigentlich sollte man nicht nur Kontra K einen Vorwurf machen, sondern auch den Fans, die wohl schon seit Jahren keine Steigerung mehr erwarten und sich mit den immer selben Songs abfrühstücken lassen. Wenn man die Kommentare unter den Songs liest: „Voll geiler Song endlich mal jemand der nicht über Drogen redet!“ oder „KONTRA K einer der wenigen mit MESSAGE“ sieht man eigentlich schon die Anspruchslosigkeit der Fans. Wenn man es einem Künstler wirklich so einfach macht, werden vermutlich auch die kommenden fünf Alben klingen wie die fünf zuvor. Vielleicht dürfen wir uns dann auch auf Kampfgeist 7 und 8 freuen. Wir können es kaum erwarten…

Wenn man ein Album eines Künstlers nicht hören möchte, weil man so oder so schon genau weiß, was einen erwartet, sollte man dringend etwas verändern. Und genau das sollte Kontra K. Ein Rapper mit so vielen Möglichkeiten, solch hohen Budgets und Kontakten sollte doch in der Lage sein, nach mehreren exakt gleich klingenden Alben einen neuen Weg in der Musik einzuschlagen. Ach und für alle, die sich auf das neue Album freuen, hier ein kleiner Spoiler zu allen Themen: Ich kam von ganz unten und bin nun hier, bleib Loyal, Erfolg muss man sich hart erarbeiten, Finger weg von Drogen, Geld ist gefährlich und jeder Mensch ist gleich auch wenn du kein Geld hast. Da kann man sich auch gleich den 10 Stunden Loop der Cantina Band geben. Peace!

 

Fotoquelle: Screenshot Youtube "Hoch"
Kommentare

Kommentare
  • Mit dem Eintrag wird sich der Autor keine Freunde machen. Wer meint, Kontra K würde immer dasselbe über Loyalität und Moral schreiben, sollte wohl mal genau hinhören und dazu lernen. Hören reicht nun mal nicht. Wer ihn genau verfolgen würde, würde eine Steigerung erkennen und hier nicht so daher schreiben. Traurig, dass die Messages von seinen Songs bei manchen nicht durch dringen. Allerdings erwarte ich hier auch keine „Steigerung“ von der Leistung vom Autor dieses Beitrags.

  • Jeder Rapper hat seinen eigenen Stil
    Und kontra bleibt seinem Stil halt treu.
    Ich feier Kontra und wenn du das nicht so findest brauchst du ihn ja nicht zu hören.
    Außerdem war Kampfgeist 4 ( und alle anderen Teile) auch nicht auf Kommerziellen Erfolg ausgelegt…
    Bleib bei deiner Cantina Band oder deinem Capi
    Lalelele (bester Inhalt übrigens)

  • Einer der unnötigsten und schlechtesten Beiträge, die ich je gelesen habe.
    Ich kenne um ehrlich zu sein keinen Rapper, der in einem neuen Album oder Song immer eine neue Thematik aufgreift. Wenn man sich die Musik von Capital bra, etc anhört, dann bleibt nicht nur das (stark inhaltslose) Thema ständig das selbe, sondern auch die Melodie und teilweise ganze Strophen vorheriger Songs.
    Bei Kontra k kann man in jedem Song etwas Neues für das fucking Leben lernen, vorausgesetzt man hat die geistige Reife dafür. Jeder einzelne Satz hat da mehr Bedeutung als ganze Alben mancher Rapper..

  • Ich fühle den Boy der es geschrieben hat, die HellRaisa/DePeKa Zeit war richtig gut und das beste Album kam dann 2012 mit Electrosmog, hab die CD noch im Regal (bei Amazon kostet das Ding jetzt 99€ wtf…).

    Alles was danach kam wurde dann Stück für Stück weniger geil (in meiner kleinen Welt). Zeitgleich kamen viele neue Leute dazu die den alten Kram gar nicht kannten/gefeiert haben, so wie damals zB bei sido & Co.