24. November 2020
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Dexter im Interview: „Manchmal bin ich auch der Schimpf-Boomer – Ich bin beides in einer Person“

Dexter im Interview: „Manchmal bin ich auch der Schimpf-Boomer – Ich bin beides in einer Person“

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Dexter, nicht die Serie, der Rapper! Stuttgarter Premium Produzent, begnadeter Sprechgesangsartist und seines Zeichens Kinderarzt wird releasen und zwar am 27.11.2020 – Ein 12 Tracks Starkes Album namens „Yung Boomer“! Ein Titel der vielseitig zu deuten ist wie wir im Gespräch mit ihm herausgefunden haben. Zum Einstieg bliebt aber eigentlich nur eine Frage die wirklich, wirklich Sinn macht:

Dexy, wo bist du?

Ich bin in meinem Studio und trinke Kaffee im Moment. Ich mache ein paar Jobs, sowas wie Abmischen und Mastern und so Zeug.

Das ist in Stuttgart?

Ja genau, zu Corona Zeiten muss man auch ein paar andere Sachen machen. Ich meine ich mache das schon immer nebenher, aber jetzt habe ich das grade vermehrt angenommen, weil eben auch die Auftritte wegfallen und dann mache ich eben ein paar so Dienstleistungen nebenher.

Hast du die Album Produktion zum erscheinenden Album, auch komplett während der Lockdown Phase durchgeboxt, oder hattest du die Idee schon früher oder wie kam das zustande?

Ja, es sind davor schon erste Tracks entstanden und ich hatte dann relativ schnell wieder Bock ein Rap-Album zu machen anstatt ein Instrumental Album. Ich weiß auch nicht, das kam einfach so und dann ist der Großteil tatsächlich in der Lockdown Phase entstanden, da ging sehr viel, sehr schnell, weil man ja eh nur zu Hause war. Ich glaube es geht vielen Leuten so, die in der Zeit sehr viel Musik gemacht haben. Ich mische ja auch mein Zeug selbst ab und das habe ich auch gleich miterledigt immer direkt. Ich habe die ganze Zeit gedacht „Oh Gott, bis das fertig ist, dauert es noch“, aber es ging dann doch relativ schnell. Was lange gedauert hat, waren dann die Vertriebsverhandlungen, weil ich ja ohne Label und ohne Management bin. Die Administrativen Aufgaben haben ein bisschen mehr Zeit in Anspruch genommen.

Und wie fühlst du dich jetzt grade? Du hast drei Singles raus, hast das Album auch einmal verschieben müssen. Bist du guter Dinge?

Ja ich bin ein schlechter Promophasen Typ und mich stört es, dass diese Promophase länger ist und ich das irgendwie mit Content füllen muss, ich hasse das so sehr *lacht*. Ich meine es sind nur zwei Wochen und ich hoffe das funktioniert auch. Noch eine Single wird kommen, auch noch mit Video. Die Tour habe ich jetzt angekündigt. Ich bin eigentlich echt ganz guter Dinge. Klar, ob die Tour stattfinden kann oder nicht weiß kein Schwanz, aber ich bin zufrieden mit dem Album und glaube, dass es zumindest die Leute abholt, die mein Zeug eh hören, die werden das mögen glaube ich. Ich mag es selbst sehr gerne, weil es halt so ein richtiges Album ist was man sich durchhören kann/sollte. Alles passt zusammen, ein paar Interludes, weißt du, so wie früher die Alben waren, dass man nicht nur Tracks rausgeballert hat. Für Alben interessieren sich auch nichtmehr so viele Menschen. Ich muss sagen ich selbst auch nichtmehr so krass wie früher. Aber wenn ich selbst Musik mache, dann bin ich eher der Album Typ. Das Ding ist für mich einfach rund geworden, ich bin damit zufrieden und deswegen freue ich mich einfach, dass es rauskommt und bin ich auch ganz guter Dinge grade.

Du sagst du bist ein Album Typ, bedeutet, dieses Single Game, welches viele fahren bockt dich garnicht? Du möchtest eher immer zusammenhängende Werke rausbringen?

Sagen wir so: Wenn ich merke, so ein paar Songs gehen in eine Richtung und die passen auf so ein zusammenhängendes Ding, dann schon. Aber ich habe jetzt auch einfach viele Sachen, die während der Album Produktions Phase liegengeblieben sind, auch coole Features und coole Tracks, die nicht so richtig zusammenpassen. Diese werde ich nach dem Album dann alle rausbringen, einfach regelmäßig. Ich mag das schon, wenn immer wieder was kommt, aber ich bin dann schon so Typ der denkt „Jetzt mache ich aber ein Album und jetzt möchte ich gerne was zusammenhängendes machen“. Aber ich habe kein Problem damit, dass Songs einfach so rauskommen. Habe ich jetzt noch nicht so stark praktiziert aber ich habe einfach so viel Zeug rumliegen und denk mir manchmal „Jetzt liegt das auf der Festplatte und dann vergisst du es wieder“ und deswegen werden nach dem Album ein paar einzelne Tracks kommen und das werde ich auch so fortführen. Aber nichtsdestotrotz dann auch wieder ein Album oder eine EP.

Magst du über die Features auf dem kommenden Album reden?

Ja klar, ich kann drüber sprechen, ich habe viele Leute drauf wiedermal und viele aus allen Bereichen. Ein Song mit „Lakmann und Döll“ zum Beispiel, dann habe ich aber auch einen mit „Lugatti & 9ine“ gemacht. Wer ist noch dabei? „Fatoni und Yrrre“, das ist ein Sänger aus Berlin, der war mit „Goldroger“ am Machen, ist jetzt nichtmehr ganz jung, aber ihn hat noch niemand richtig auf dem Schirm, ist ein ganz cooler Sänger und Songwriter, er hat eine Hook gemacht. „Jaques Shure“ ist auf einem Track dabei, mein Heilbronner Weggefährte. Auch „Lgoony“ ist drauf. Von daher finde ich es immer geil, weil ich immer zeigen möchte, man kann auch aus verschiedenen Subgenres Sachen kombinieren und das kommt immer cool. Ich war da schon immer sehr offen und mag neue Zeitgeistige Sachen, genauso wie alte Sachen. Ich finde in Deutschland wird immer sehr engstirnig gedacht und das finde ich immer ein bisschen schade. Das ist halt in den USA überhaupt nicht so und da funktioniert das einfach. Keiner sagt dort „Oh, das ist jetzt Trap“ oder „Oh, das ist Boom Bap, damit kann ich gar nichts anfangen!“ die Leute denken da garnicht so, habe ich zumindest im Gefühl. Zumindest wenn man sich ein „A$AP Rocky“ Album anhört, da findet ja auch alles Mögliche statt. Ist halt musikalisch sehr offen. „Kendrick Lamar“, „Schoolboy Q“ und „Jay Rock“, das sind so meine Sachen, ich Feier das hart. „Tyler the Creator“ und „A$AP Rocky“, das sind so meine Sachen und speziell für dieses Album fand ich die ganzen „Sino“ Sachen und „Aminé“ und „J-Cole“ und diese ganze „Dreamville“ Label Nummern sehr inspirierend, dieses Alte und Neue so geil kombiniert. Die haben irgendwie so geilen warmen Sample Sound und trotzdem sind die Drums sehr zeitgemäß, genau wie der Rapstil und das gefällt mir einfach, davon lasse ich mich dann immer sehr geil für meine eigenen Rap Sachen inspirieren.

Ich musste ein wenig Über den Name „Yung Boomer“ nachdenken. Es hat mich vermuten lassen, dass es einen roten Faden gibt, dass eine Geschichte von einem Menschen mit Erfahrung erzählt wird, der aber trotzdem noch jung genug ist um den „Baby Boomern“ die Stirn zu bieten. Habe ich da recht? Was steckt da dahinter?

Ja, das kann man so tatsächlich interpretieren, es gibt verschiedene Interpretationsweisen, alle stimmen so ein bisschen. Ich fand einfach, weil der Sound vom Album an sich relativ zeitgemäß ist, es aber auch so alte Sachen miteinander kombiniert, kann man es auf den Sound beziehen. Somit ist das „Yung“-Element drin, aber auch das „Boomer“-Element. Das Album ist schon ein bisschen persönlicher, man gibt ein bisschen mehr von sich preis. Ich mache das eh nicht so gern, aber das hat sich einfach so entwickelt, dass man sich auch ein bisschen mit dem älter werden beschäftigt, dass man sich auch manchmal fragt „Was habe ich hier verloren? Was ist mit dieser Szene los? Ich komme damit überhaupt nicht klar. Das entspricht gar nicht dem was ich mag und was ich gut finde!“.  Aber auf der anderen Seite dann eben doch und dass ich eben auch grade neue Sachen geil finde, diese BHZ Generation, diese Sachen, die mag ich total gerne. Ich habe da immer noch einen Bezug dazu, bin in gewisser Weise immer noch „Yung“ und verstehe den Sound und Feier das und bin nicht so Opa Mäßig und denke „Was geht da? Ich verstehe nicht mehr was die Jugend macht?!“ so nach dem Motto. Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass ich nicht alles feiern kann und ich mich von Teilen dieser Szene distanziere und dann bin ich eben auch der „Schimpf-Boomer“. Ich bin beides in einer Person. Das ist mein Ansatz, wie ich das löse in dieser Hip-Hop Szene unpeinlich stattfinden zu können, so kann man das sagen. Sowohl inhaltlich als auch soundtechnisch ist das eine Mischung. Mich freut es auch – „Lugatti & 9ine“ haben mehrfach durchblicken lassen, dass sie meine Sachen ganz geil finden und haben immer solche Stories gemacht, dann dachte ich mir, ich frage die einfach mal, ob die Bock haben einen Song zu machen. Und die waren voll so „Ja geil, haben wir voll Bock.“ Man denkt ja manchmal man hätte an manches den Anschluss verloren, aber das ist keine Angst von mir. Sollte es jemals so sein, dann ist es halt so, das ist auch völlig okay. Aber umso mehr freut es mich, dass man das einfach kombinieren kann. Alt mit jung, auch von den Leuten her und so. Vom Titel her bin ich morgens einfach aufgewacht und habe gedacht „Das wäre doch einfach ein geiler Titel“ auch mit der Schreibweise, dass man das „Yung“ nur mit „U“ schreibt und „Boomer“ und damit nimmst du eh schon die Angriffsfläche. „Ja okay der ist 37 und der macht den sound so und so“, dann nimmt man schon von vornherein den Wind aus den Segeln und merkt so ein bisschen wo man steht. Das war einfach morgens eine Eingebung, ja, das ist ein geiler Titel, da passt alles zusammen, was dieses Album ist.

Du hast einen Wein rausgebracht zu dem Album, also in der Vorbestellung, wird es den auch noch über das Release hinaus auch noch geben? Kann man den noch immer haben dann?

Also diesen speziellen nicht, weil wir haben uns halt entscheiden so kleine Flasche zu machen, da wurde auch nur eine limitierte Auswahl abgefüllt. Das Ding war aber innerhalb eines Tages ausverkauft und die Nachfrage ist sehr krass groß. Und das ist ja auch ein renommiertes Weingut, das ist nicht irgendwelche Plörre. Die haben sehr gute Weine, ich habe einen guten Draht zu denen und die haben auch richtig Bock drauf. Wir werden auch nochmal so nen Merch-Drop nach Album Release machen. So eine große Weinflasche oder so, und auch ein paar mehr und auch auf Tour dann, wenn die stattfinden darf, dann wird es auf jeden Fall noch einen Wein geben. Nicht genau den, aber es wird in naher Zukunft was geben, da sind wir schon am planen.

Wie kommt dein guter Draht zum Weingut Haidle zustande? Und wo ist dieses?

Das ist in der Nähe von Stuttgart, so 20 Minuten, im Remstal. Das ist eine sehr sehr gute Deutsche Weingegend an sich. Der Typ dort hat das von seinem Vater übernommen, der „Moritz Haidle“ und der hat hier bei solchen Freestyle Battles mitgemacht, hat auch so ein paar Sachen gewonnen, war ein ganz guter Freestyle Rapper. Ich babe den halt einfach mal kennengelernt in der Stadt und er hat mir einfach mal seinen Wein ein die Hand gedrückt, meinte er mache so einen Wein, das Etikett war sogar getagged, seine eigene Weißweinedition, hatte es damals auch noch nicht übernommen gehabt von seinem Vater. Dann habe ich das probiert und fand das voll lecker und irgendwie ist man sich dann mal wieder über den Weg gelaufen. Er hat auch irgendwann dann mit seinem Wein die Releaseparty zu „Haare nice Socken fly“ auf dem Minigolfplatz gemacht auf so ner Anhöhe in Stuttgart, da hat er dann den Wein gesponsert. So kam diese Kollaboration immer mehr zustande und irgendwann hat er angefangen so „Urban Wine Tastings“ zu machen in Stuttgart im Club, so wie Verköstigung mit auflegen und so. So hat sich diese Zusammenarbeit angebahnt, wir haben immer Ideen gehabt, dann habe ich ihn gefragt „Hey wie siehts aus? Können wir da irgendeine Kollabo machen?“ und er hatte da Sau Bock drauf. Er ist auch kompletter Hip-Hop Fan und ist auch ein bisschen jünger als ich und ist da total offen. Von daher ist das ganz natürlich entstanden. Diese ganze Weinbranche verjüngt sich ja sowieso. In den letzten Jahren, gibts ja ganz viele sogenannte „Jungwinzer“ die da richtig Bock haben. Es wird ja auch mehr Wein in Clubs getrunken, vor allem Weißwein, oder Weißweinschorle und es gibt immer mehr jüngere Menschen die sich auch für Wein interessieren. Er möchte halt auch das Unternehmen so ein bisschen verjüngen. Die Leute nehmen es auch krass an, haben richtig Bock und das sind nicht nur 30-Jährige die sich das bestellen, sondern auch 18 Jährige und so.

Hast du das Weekend Album gehört?

Ja, Weekend wohnt ja auch in Stuttgart, ich treffe ihn auch ab und zu. Ja, das habe ich gehört, vor allem auch die Videos gesehen und so. Fand ich ganz cool, auch so ein bisschen die Richtung in die er sich entwickelt hat, ein bisschen weg von dem was man sonst von ihm kannte, fand ich ganz gelungen das Album.

Weil du grade so viel von Stuttgart und Umgebung gesprochen hast: Der Track „Kotzen“  auf dem Weekend Album handelt ja auch von Stuttgart, hast du vielleicht im Kopf. Da gibts diese Line „Dort wo ich wohn ist die Welt noch okay / alles was ich aus meinem Festenter so seh / ist so grenzlos schön, ich könnt kotzen /“ wenn du als Stuttgarter/Heilbronner nachdenkst, hast du manchmal das Gefühl „Boah eigentlich ist’s ja schon fast zu schön, ich könnte kotzen!“

Ich weiss nicht worauf er sich da bezieht, er meint vielleicht die der Stadt Stuttgart nachgesagte Spießigkeit. Also für Stuttgart kann man das sagen, aber Heilbronn ist nicht schön, Heilbronn ist ne hässliche Stadt und Heilbronn ist auch nicht so ne freundliche Stadt und hat auch ziemlich viel Assi Ecken. In Stuttgart tatsächlich, gibt es wenige Ecken, wo man denkt „Boah hier ist es furchtbar!“ wobei viel sagen architektonisch wäre es auch scheiße. Grade „Lgoony“ hatte zum mir gesagt er fände Stuttgart so scheiße und so hässlich, das ist eine Baustelle, als er neulich bei mir war. Ich glaube er meint damit eher so die Leute halt. Ich bin da aber mittlerweile echt so ein bisschen weg von solchen Klischees, weil es gibt überall in jeder Stadt die Ecken wo die Leute sind, wo du gerne rumhängst, es kommt drauf an wie du dein Umfeld gestaltest. Ich finde Stuttgart voll in Ordnung und dadurch, dass ich eh so viel rumkomme, so Deutschland, Österreich und der Schweiz, also jetzt zur Zeit natürlich nicht, aber im Normalfall bin eh viel in Berlin und Hamburg oder was weiss ich und lebe das dann auch aus, dass ich in anderen Städten sein kann. Hier habe ich dann aber meine Base. Ich mein, ich habe ja auch Familie und mein Viertel hier und alles ist einfach super cool, es ist nicht zu spießig und nicht zu gentrifiziert oder so es ist halt genauso ein Mittelding ich bin hier Sau gerne. Ich habe hier meine Leute und könnte mir gar nicht mehr vorstellen jetzt irgendwo in Berlin oder irgendwo zu wohnen. ich bin hier total zufrieden und würde sagen, es ist gut. Ich würde nicht aus dem Fenster schauen und denken „Ich könnte kotzen“. Aber ich denke „Weekend“ spricht da die oberflächliche Schnödheit und die Kehrwoche und diese „Alles in Ordnung Ding“ an, was hier ein bisschen mehr so scheint in Stuttgart. Ich würde mal sagen, in der Oberfläche betrachtet, sind hier die Probleme auch da, vielleicht in einem anderen Ausmaß, aber ich sehe das gar nicht mehr so eng. Ja, er meint das und das kann man schon sagen, die Spießbürgerlichkeit ist hier schon auch da, zumindest so oberflächlich gesehen.

Du hast grade gesagt du bist viel unterwegs, viel beschäftigt. Du bist ja neben den ganzen Hip-Hop und Rap Tätigkeiten auch noch Vater und Arzt bist du auch! Wie bekommst du das unter einen Hut frage ich mich?

Ich bin im Moment kein Arzt mehr, ich habe von 1 1/2 Jahren schon aufgehört, also ich habe erst Teilzeit noch gearbeitet und habe dann aufgehört. Eben weil es einfach unter dem Strich ein bisschen zu stressig wurde und seit ich erkannt habe, dass ich mir ein solche Auszeit erlauben kann ich auch Vollzeit Musik machen, weil ich gemerkt habe, dass es auch finanziell passt. Natürlich auch mit dem Hintergrund, dass ich immer wieder zurückkommen kann, wenn ich merke es klappt mit der Musik nicht ausreichend. Es war einfach irgendwann ein bisschen zu viel. Ich habe es mir zwar lange Zeit nicht eingestanden, habe immer gedacht „Das klappt schon alles“ aber unter der Oberfläche war es dann schon so dass ich sehr gestresst war. Da ich auf die Musik nicht verzichten kann, musste ich eben auf den anderen Job verzichten *lacht*. Also das ist schon eine privilegierte Situation, aber ich habe ja auch jahrelang dafür studiert. Man hat jetzt auch viel mehr Zeit für die Familie und ich muss mir nicht so viele Gedanken machen wegen Schichtdienst. Ich bin seither auch um einiges entspannter, ich merke das total. Mal gucken wie das in zwei, drei Jahren aussieht, ich lasse mir das einfach offen, bin froh, dass ich in der Situation bin mir das erlauben zu können. Ich thematisiere das auch auf dem Album ziemlich, ich schmücke das natürlich so ein bisschen aus und reite darauf rum wie geil es ist nichtmehr arbeiten zu gehen *lacht*. Aber es ist natürlich nicht so, dass der Beruf mich angekotzt hätte, eigentlich überhaupt nicht, es hat eigentlich immer Spaß gemacht. Aber alles zusammen war einfach too much.

Nochmal ganz kurz zum Album. Hast du persönlich irgendwelche Erwartungen an das Release am 27.11.2020?

Also vieles chartet grade zurzeit, aber ich habe da keine Erwartungen, dass das passiert. Es wäre natürlich cool, wenn es passiert, weil das auch immer fürs Booking Vorteile bringt wenn du da mal irgendwie stattgefunden hast. Aber nein, ich bin da völlig neutral und freue mich, wenn das irgendwie n ticken größer wird oder paar Leute dazukommen die das feiern, aber wäre auch schon total zufrieden damit, wenn es die Leute die mich eh kennen, wenn die das halt geil finden. Ich würde mich freuen die Tour spielen zu können, würde mir ausreichen. Ich habe keine großen Erwartungen, aber ich würde mir schon wünschen, wenn es bei den Leuten die eh dabei sind, wenn die das mögen, weil ich selbst bin ziemlich überzeugt davon. Ich mag es selbst gerne wie es am Ende geworden ist, alles andere wird sich zeigen, bei mir war das eh immer so, ich mache schon so lange Musik, es ist alles stetig, langsam und organisch gewachsen und damit rechne ich auch, dass halt ein paar Leute hinzukommen werden. Es wird als nächstes ja auch wieder ein Instrumental Album oder was ganz anderes kommen. Die Leute sind eh ein bisschen verwirrt manchmal, aber das ist halt so, ich kann es halt nur so machen wie es aus mir rauskommt. Ich hätte wahrscheinlich mehrfach in meiner Karriere irgendwelche Abzweigungen nehmen können um irgendetwas komplett groß werden zu lassen. Es gab mal Angebote oder ich hätte für den und den produzieren können, das hätte mir andere Türen geöffnet. Aber ich habe da halt kein Bock drauf. Weil ich dann mit betreffenden Personen nicht unbedingt zusammenarbeiten muss und eher denke „Ja die Musik von ihm finde ich eher nicht gut“ und da bin ich dann zu wenig Dienstleister mäßig. Man sucht sich die Leute aus und geht dann lieber den steilen weg mit dem man dann aber selber auch zufrieden ist, mit sich selbst im reinen ist. Ich bin immer sehr schlecht in solchen Business Moves. Früher hatte ich ja auch mein geregeltes Einkommen, dann war ich darauf auch nicht angewiesen, das hat mich auch immer am Boden gehalten, genau so werde ich das beibehalten. Solange ich nicht am Hungertuch nage, werde ich versuchen mir treu zu bleiben.

Würdest du jetzt, im Jahre 2020 sagen: „Das ist jetzt der stabilste und best produzierteste Dexy den es jemals gab?“

Ja *lacht*, würde ich schon sagen, ich bin mit allem echt zufrieden was das Album betrifft. Inhaltlich geht es nochmal bisschen weiter, soundtechnisch ist es rund und hört sich gut an und die anderen Produzenten denen ich es geschickt habe, haben gesagt, dass ist ein super Ding. Ich arbeite sehr viel alleine in meinem Kämmerchen und zeige auch nicht immer so viel und von daher ist dann so ne objektive Meinung von außen schon irgendwann mal wichtig, damit man nicht den Überblick verliert damit man sich nicht denkt „Ist das jetzt gut oder hast du dir das in deiner Bubble jetzt zusammengekettet dass du es gut findest?“ Aber seitdem das Feedback von den anderen ganz gut war bin ich auch sehr zuversichtlich. Wenn es jetzt aber nicht de mega Wurf wird am Ende, dann ist es auch egal, das schmälert mir nicht die Freude am Musik machen.

Hast du hintenraus noch was zu sagen?

Wahrscheinlich haben schon viele meinen Namen gehört, oder wissen, dass ich mit Hip-Hop zu tun habe. Aber viele kennen diese Rap Sachen auch nicht wirklich. Ich würde mich glaube einfach freuen, wenn sich da ein paar Leute einfach mal ins Album reinhören und dem ganzen eine Chance geben, ich glaube das könnte ich noch sagen. Gebt dem „Yung Boomer“ eine Chance, ich appelliere an jedes Alter *lacht.

Dexy, viel Erfolg und danke dir!

Danke! Ebenfalls.

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