19. August 2019
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Eno: Wenn Deutschrap-Boxen zu bezahlter Werbung werden

Eno: Wenn Deutschrap-Boxen zu bezahlter Werbung werden

Fotoquelle: Screenshot YouTube
 

Alle die unsere Artikel schon länger verfolgen wissen eines: Wir hassen die Deluxe-Boxen, die einem zum Aufpreis von 200% ein billiges T-Shirt- sowie vier Sticker und eine Bonus-EP voller B-Ware-Songs als Beilage liefern. In einer eigenen Artikel-Reihe haben wir uns bereits über diverse Produkte ausgelassen und gefragt, warum man seinen eigenen Fans so etwas antut. Wir alle kennen die Shindy-Rucksäcke, die Laserpointer und Wohnzimmerkonzerte. Was aber nun scheinbar völlig neu ist und dem Ganzen die Krone aufsetzt: Bezahlte Werbung.

Boxen sollten doch im Idealfall dafür da sein, dem Kunden (Fan) einen Zusatz zur Musik zu bieten oder gar ein Rabatt darstellen, wenn man sich sowieso das Merchandise-Shirt kaufen möchte. Eno, der in diesem Monat sein Album „Fuchs“ veröffentlichte, zeigt uns nun ein komplettes Gegenbeispiel. Für einen Preis von 46,99 Euro befindet sich in der „Fuchs“-Deluxebox eigentlich nichts außer Werbeprodukte. So befinden sich etwa neben dem Album ein Proteinshaker von Zec Plus und ein Rucksack von Puma – was dank den riesigen Logos kaum zu übersehen ist. Die Box ist quasi ein Fibo-Messebesuch von dem du mit haufenweise unnötigen Produkten heim kommst – es fehlen eigentlich nur noch Whey-Protein Proben. Während der Rucksack neben einem überdimensional großen Puma-Logo immerhin noch ein Eno-Artwork vorweisen kann, ist der Shaker einfach ein stinknormaler aus der Zec-Plus Reihe, was uns zu der Frage führt: Was zur Hölle hat Eno mit Zec-Plus am Hut? Ich sehe relativ wenig Fitnessbezug in seinen Texten und Videos. Dass dieser Shaker absolut nicht zur Marke Eno passt sollte jedem klar sein. Dass man diesen auch so überall für nicht mal fünf Euro kaufen kann rundet das Ganze perfekt ab, denn hier wurde absolut keine Arbeit in ein neues Produkt gesteckt.

Ich denke mal es steht nicht zur Debatte, ob diese Beilagen für großes Geld gekauft wurden, sondern im Rahmen von bezahlter Werbung stattfinden. Dafür aber dennoch den vollen Betrag zu verlangen ist schlichtweg frech und wenn der Aufschrei in diesem Falle nicht mal wirklich existent war frage ich mich, was dürfen wir als nächstes erwarten? Parfum Proben in den Boxen? Gutscheincodes für den neuen Detox-Tee? Wir gönnen ja wirklich jedem seinen Erfolg und sein Geld, aber wenn Rapper nun alle unbedingt auch noch Influencer werden wollen, macht das bitte auf Instagram, aber hört damit auf, eure Fans für sowas zu verarschen.

Dass es auch kreative und gute Inhalte geben kann, beweisen viele Künstler Jahr für Jahr. Leider geht es wohl nicht allen darum, den Fans ein gutes Produkt zu verkaufen.

 

Geschrieben von
kollin
Kommentare

Kommentar
  • Super Artikel..
    Ich kann mich gut daran erinnern.
    KKS deluxe box:
    2plakate
    4 sticker
    Super geiler Basecap
    2 zusatz cd
    Instrumentals cd
    Instrumental usb stick
    Bonus tracks usw..
    So muss das. Und keine protein shaker mit 1 Jahres Mc fit Abo..

    Wie kks sagte..
    Die Rapper heute achten drauf das die boxinhalte nicht mehr Wert haben als die CD im Verkauf.. Total traurig..

    Z. B. Kc rebell wäre mindestens jetzt reicht geworden nach 30. 000 verkauften shishen to go.. Das sind alles eigene gut überdachte Ideen und keine werbe Kampagnen

    Fazit :schade