5. Juli 2020
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Kollegah, Bushido & Co: Songs, die heute nicht mehr funktionieren

Kollegah, Bushido & Co: Songs, die heute nicht mehr funktionieren

Fotoquelle: Selfmade Records“ / CC BY 2.0
 

Kollegah – Mondfinsternis

SEID IHR BEREIT FÜR DAS RAPPENDE MASCHINENGEWEHR?

… eine Aussage, die es damals auf Konzerten von Kollegah wirklich gegeben hat – während das Publikum bereits nach der Aussage vor lauter Vorfreude tobte. Im Anschluss folgten Acapella-Doubletime-Versuche, in denen man meistens kein Wort verstanden hat. ABER VERDAMMT WAR DAS SCHNELL! Das Publikum rastete völlig aus und applaudierte. Ziemlich sicher gibt es einige Artikel von uns in denen wir uns ab uns zu über den Deutschrap-Wandel beschweren, aber wenn wir eins nicht vermissen, dann sind es die Songs, die nur daraus bestehen, möglichst viele Silben in eine Line zu pressen. Auch Rap sollte abseits von Technik und tollen mehrsilbigen Reimen immer noch als Musik gesehen werden. In Zeiten, wo man Zeilen in Refrains 5 mal wiederholt, 2 Minuten Songs und Tracks, die sich mehr auf das Radio konzentrieren würden Songs wie „Mondfinsternis“ von Kollegah nur noch wenig Anklang finden und maximal die letzten Reimsilben-Zählenden Juliensblogbattle Fans musikalisch erregen.

Curse – Zehn Rap Gesetze

Ihr kennt noch Curse? Der Meditationslehrer, Podcast-Host und Persönlichkeitscoach war bis vor kurzem auch noch Rapper und brachte erst 2018 sein letztes Album raus. Seine größten Erfolge liegen allerdings schon fast zwei Jahrzehnte zurück. Im Jahr 2000 veröffentlichte Curse mit Feuerwasser sein Debütalbum, dessen Intro hohe Wellen schlagen sollte. Der Mindener stellte dort die Zehn Rap Gesetze auf, die aus heutiger Sicht irgendwie nicht mehr ganz so gut zur Szene passen. Beispielsweise fordert er man solle Musik nicht wegen Geld machen, während nur wenige Jahre später damit begonnen wurde, in den Videos mit Scheinen zu werfen. Auch seine Wortwahl ist nicht sonderlich gut gealtert, denn Formulierungen wie „Gib das Mic ab, sag „Peace“, und mach sie platt wenn du returnst“ wirken heute eher wie die Karikatur eines Deutschrappers. Aber jetzt ist genug denn Regel Nummer 10 besagt „Stell dich nie gegen Curse!“

LUTDKG

Ein Disstrack, der Geschichte geschrieben hat und sicherlich immer noch einer der Besten in der Deutschrap-History ist. Nur schwingt gut 6 Jahre später ein fader Beigeschmack mit, denn thematisch handelt der Track hauptsächlich davon, dass der Gedisste einer gewissen Großfamilie den Rücken kehrte, um alleine sein Ding zu machen. Um Polizeischutz und das verlassen der Familie also… kommt euch bekannt vor? Das Ganze kreidete der Rapper ihm stark an – und machte nur wenige Jahre später etwas Ähnliches.

Eko Fresh – 1000 Bars (Meisterprüfung)

Durch eine neue Generation von Rappern und dem Wandel hin zu Streamingportalen gehen Songs mittlerweile selten über drei Minuten. Umso unglaubwürdiger klingt es, dass Deutschrap damals völlig aus dem Haus war, als Eko Fresh nach seinem 700 Bars Song gar einen ankündigte, der die 1000 Bars knackt, was bis heute immer noch ein Deutschrap-Rekord darstellen sollte. In diesem Song probierte sich Eko Fresh an den verschiedenen Facetten des Deutschrap. So gab es diverse Kategorien a la Doubletime, Oldschool, ABC-Style, Triolen, Storyteller und mehr, an denen sich Eko Fresh jeweils einige Minuten lang versuchte. Auch das ist heute im Rap unvorstellbar, denn mittlerweile wird weniger darauf geachtet, dass der Song unbedingt einen Rap-Style erfüllen muss, sondern eher eine gute Melodie beinhalten sollte, die den Hörern im besten Falle länger in Erinnerung bleibt. Und von den Kommentaren zwischen seinen Parts wollen wir lieber nicht anfangen zu reden…

Prinz Pi – Wolken vor dem Mund

Eine der weniger bekannten Nummern des Berliners, aber unter seinen Fans ein lange geschätzter Song. In Zeiten als Prinz Pi noch als Untergrundjuwel gehandelt wurde, bevor er immer wieder versuchte kitischige Radiohits zu kreieren, bevor er mit „Kompass ohne Norden“  seine Fühler nach der Kaufkraft von Erstsemesterstudenten ausstreckt veröffentlichte er „Wolken vor dem Mund“. Der Song wirkt wie eine Hymne an das Untergrunddasein… von dem Mann der „Kompass ohne Norden“ gemacht hat – klingt eigenartig – ist es auch.

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