6. Dezember 2019
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Die Entstehung der RBA: Der Admin „Kay“ im Interview

Die Entstehung der RBA: Der Admin „Kay“ im Interview

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Die RBA galt lange Zeit als große Talentschmiede und auch heute, in Zeiten wo Onlinebattles nicht mehr den größten Hype genießen, ist die RBA immer noch eine aktive Plattform für alle Battlerapper. Wir haben Kay, dem Admin der Battlerarena, einige Fragen über die Entstehung und Geschichte der RBA gestellt.

Es mag vielleicht den ein- oder anderen jüngeren Leser etwas schockieren, aber es gab Battlerap schon lange vor dem VBT und dem JBB. Ganz ohne Videos, ohne Youtube, ohne SpongeBozz oder den lustigen Rappern mit der hohen Stimme. Zu einer Zeit, lange vor Mammut-Disstracks über 28 Minuten Laufzeit. Dürfen wir vorstellen, oder bei den Battlerap-Erfahrenen Lesern einen Moment der Nostalgie erwecken: Die RBA – Kurz für Reimliga Battle Arena. Mit einem automatischen System Battles zu bestreiten und von Juroren bewertet zu werden konnte man schon vor 15 Jahren Nachwuchs-MCs für die Plattform begeistern. Unter anderem: Kollegah, F.R., Hollyhood Hank, JAW und Cro. Wir haben Kay, dem Admin der Plattform, einige Fragen gestellt.

Wie entstand damals die Idee der RBA?

Wie du vielleicht auf der Hauptseite gesehen hast, entstanden wir aus einer Newsgroup (de.alt.music.hiphop). Dort haben sich immer Heads getummelt und sich zuerst mit Texten gebattled. Da die Mp3s gerade aufkamen, wurden die Parts auf einem FTP hochgeladen und darüber verteilt. Bis tho eine erste Webseite gebaut hat mit Automatiken wie dem Ende eines Battles durch das Verpeilen von Fristen. Der Rest hat sich dann daraus entwickelt.

Was sind deine persönlichen Highlights über all die Jahre verteilt? Sei es ein ganzes Battle oder eine einzelne Runde.

Ich bin seit jeher ein großer Fan von Abdel und dem, was aus seinem Umfeld hochkam. Zum Beispiel Nordkurve mit Mr. Knight, Oso, Rascal, Pillath. Damals war es technisch nicht so gut wie heute, allerdings hatten wir viele Musiker und es hatte Flavour. Das ist etwas, was ich heute vermisse, alles austauschbar und oft ohne Seele. Ist aber kein RBA Phänomen, das sehe ich auch im VBT, dem JBB oder was sonst so Battlerap eine Plattform bietet.
Toll fand ich damals die Battles zwischen Abdel und Kespa. Großartig war auch Faust vs. MC Mirror auf dem Technobeat.

Videobattles sind kurz vorm aussterben, gilt das auch für Audios? Habt auch Ihr weniger Anmeldungen bekommen mit der Zeit?

Es gibt einfach zu viel Rap. Nein, zu viel Battlerap. Bzw. zu viele Turniere. Jeder dahergelaufene ist der Meinung, dass es notwendig ist, ein eigenes Turnier auf die Beine zu stellen. Ist ja klar, dass es dann zu einer Übersättigung kommt. Ich verfolge daher keine Turniere mehr aktiv. Die RBA hat nicht mehr den Zulauf wie früher, finde ich aber erstmal nicht negativ. Das Publikum hat sich auch verändert. Es sind so 30-50 Anmeldungen im Monat, ich kann jetzt aber nicht sagen wie viele davon aktiv Battles starten. Es hat mittlerweile eher den Charme einer Familie und es ist etwas persönlicher.

Das VBT, ein Partner der RBA, findet derzeit ein letztes Mal statt. Hast du dieses Jahr das Turnier verfolgt?

Leider nicht groß. Das liegt nicht an dem Konzept oder wie UP das umsetzt, das finde ich Top. Es liegt an den Teilnehmern. Ich kann mit diesem Autotune Kram nichts anfangen. Ich kann mit übertrieben aufgesetztem witzig sein nichts anfangen. Und 15-jährige die auf Gangster machen kann ich schwer ernst nehmen. Leider sind die Turniere zum Großteil davon durchsetzt.

Die Wurzeln vieler Rapper liegen in der RBA. Meinst du, die Plattform kann heute immer noch als Sprungbrett helfen?

Es sind zwei Dinge wichtig. Grundtalent und Bock drauf, sich zu entwickeln. Es ist die Stärke der RBA, Rapper besser zu machen. Daher sehe ich uns mehr als Ausbildungsliga. Diejenigen, die _fertig_ sind, benötigen die RBA nicht mehr, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Da genügt ein YT Channel und entweder eine Idee oder Provokation.

Wenn du an Battlerap von vor 10 Jahren zurückdenkst: Was hat sich deiner Meinung nach geändert – positiv und negativ?

Rapper konsumieren mehr, als dass sie sich einbringen. Regeln des Hiphops wie „Respekt zeigen“ sind kaum mehr an der Tagesordnung.
Und die Trollanzahl ist massiv angestiegen. Ist aber etwas, was man auch anderswo im Internet sieht. Großartig ist, dass sich die Technik der Rapper erheblich verbessert hat. Wenn ich da meine Anfangszeiten denke, das war teilweise gruselig was damals Platten verkauft hat.

Wenn man die RBA Website besucht, sollte auffallen, dass sich da in den letzten 10 Jahren nichts verändert hat. Wollt ihr das nostalgische Gefühl aufrechterhalten oder fehlen schlichtweg die Ressourcen?

Gute Frage. Beides ein wenig. Ich persönlich mag keine Webseiten, die überlagert sind. Wir hatten immer mal Pläne Dinge zu verändern. Das scheiterte oftmals aber an Ressourcen oder dem Vertrauen. Es gab leider zwei, drei negative Beispiele, wo Menschen, denen ich persönlich vertraut habe, mich ganz massiv enttäuscht haben.

Vor einigen Jahren gab es ein überraschendes Cro RBA-Comeback mit einem Battle gegen Bladesa. Würdest du Dir mehr solcher Battles wünschen?

In dem Fall. Wenn es nicht irgendein Promo-Move ist. Es gibt aber viele Rapper, die ich gerne noch mal hören möchte. Viele unserer Faves war während des Studiums aktiv.
Ich verstehe aber, dass für jeden das reale Leben voranschreitet. Es gab dann leider auch ein, zwei Beispiele, wo derjenige die Erwartungen nach 10 Jahren nicht mehr bestätigen konnten.

Geschrieben von
kollin
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