24. September 2019
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Yarambo im Profil – Der Champion

Yarambo im Profil – Der Champion

Fotoquelle: mit freundlicher Genehmigung von Yarambo
 

Yarambo kommt mit der klassischen „von ganz unten nach ganz oben Story“ an. Geboren 1992 in Nürnberg und aufgewachsen in Bonn war er nicht der einfachste Mensch. So besuchte Yarambo innerhalb von 7 Jahren 7 verschiedene Schulen und machte es seinen Lehrern garantiert nicht leicht. Seine Begeisterung für Rap wurde früh geweckt, so begann er im Jahr 2007 eigene Texte zu schreiben. Im rappers.in Forum beteiligte er sich an Textbattles. Kurze Zeit später organisierte er Mic und Mischpult und begann mit Freunden aus Bonn semiprofessionell Tracks aufzunehmen, womit endgültig die Rapkarriere startete.

Es gab bei uns nie einen Profi mit Vorkenntnissen und die meisten wollten einfach nur rappen. Fürs Beats mischen waren wir alle zu faul, deswegen kam halt lange nur schlechte Soundqualität.

Yarambos erste Begegnung Battlerap war bei Feuer über Deutschland 2, wirkliche Begeisterung weckten aber erst die frühen BMCL-Matches, allen Voran Tierstar vs Gregpipe und Laas Unltd vs Drob Dynamic. Schnell entschied er sich dazu, selbst mitmachen zu wollen und ging zu Rap am Mittwoch. Seine eher mäßigen Freestyle-Künste führten dazu, dass es einige Zeit dauerte; bis er sich in die Acapella-Runden hochgekämpft hatte und das zeigen konnte, was er zeigen wollte. Der größte Skandal seiner frühen Karriere war die N-Bombe im Freestylebattle, die aus heutiger Sicht komplett zu seinem Image passt, damals aber für extreme kontroversen sorgte. Eine Entschuldigung später hatte die Szene ihm allerdings verziehen und er konnte weiter seinen Weg gehen.

Rückgängig machen würde ich nichts, denn alles waren Puzzleteile, die das geformt haben, was ich jetzt bin. Natürlich waren ein paar Gimmicks und die N-Bombe bei Rap am Mittwoch falsch und unangebracht und ich hab mich auch dafür entschuldigt, aber ich bin jemand, der am meisten lernt, wenn er auf die Fresse fällt.

Yarambo arbeitete sich parallel bei DLTLLY und Rap am Mittwoch hoch, trat gegen immer größere Namen an und konnte von Battle zu Battle seinen Stil verfeinern, seine Catchphrase etablieren und die Zuschauer an seinen Humor gewöhnen. Dabei funktionierte er sowohl im Kreis als auch auf der Stage immer besser. Spätestens gegen Davie Jones, der eine komplette Runde über seine Hautfarbe kassierte war allen klar, wer Yarambo ist, wie er es meint und wie man es als Zuschauer zu verstehen hat. Dieses Verständnis der Crowd im Rücken nutzte er in seinen weiteren Matches aus und konnte immer tiefer in seinen Stil eintauchen. Er besiegte Clep in einem herausragenden Rematch, schaffte es beim umstrittenen Alpha Royal Turnier ins Halbfinale und sicherte sich schließlich für Dezember 2018 das Titelmatch.

Im Titelmatch stand er mit Nedal Nib einem der am schwersten zu greifenden Gegner der gesamten Szene gegenüber. Yarambo bewies über die komplette Zeit, dass er den größeren Hunger und mehr Bock auf den Titel hatte als sein Gegner, lieferte in der dritten Runde ein Feuerwerk ab und sorgte für eine der längsten und lautesten Crowdreactions der deutschen Battlerapgeschichte. Auch wenn Nedal Nib stets gut dagegenhielt, war schon vor dessen Dritter Runde klar, dass er nicht mehr als Sieger aus dem Battle gehen kann. In dem Moment, als Yarambo als neuer Titelträger ausgerufen wurde, konnte man sehen, wie viel ihm dieser Gürtel bedeuten muss und daher hoffen wir, dass er in seinem kommenden Battle gegen Mikesh am 14. September genau so viel Energie in die Titelverteidigung legt wie im Dezember 2018 in die Eroberung. Dann steht einem legendären Battle nichts mehr im Weg.

Der Gürtel war mir von allen anstehenden Sachen am wichtigsten. Wichtiger als das Alpha Royal und das Teggy-Match, da ich seit dem ersten Titelmatch Bock drauf hatte und ich wusste, dass so eine Chance lange nicht mehr wieder kommt.

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