24. September 2019
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Lyrico im Profil – Der Sympathieträger

Lyrico im Profil – Der Sympathieträger

Fotoquelle: Mit freundlicher Genehmigung von Ryk Sosa Pix
 

Lyrico wuchs in einem Vorort von Dortmund auf und begann dort bereits in seiner Jugend, inspiriert durch seinen Bruder, mit dem Rappen. 2007 stellte er sein erstes Album fertig und brachte dies in Eigenregie unter die Leute. Es folgten diverse Releases mit seiner Crew Kamonbiskitz. Etwa um diese Zeit wuchs auch sein Interesse an Battlerap und so veranstaltete Lyrico, inspiriert von Feuer über Deutschland, Acapella-Battles die nicht gefilmt wurden an den verschiedensten Orten. Auch die Veranstaltung „King im Pott“ zählt er zu seinen ersten Battlerap-Bezugspunkten.

Mit dem Feuer über Deutschland Hype ging es bei uns dann auch richtig los. Es gab ein paar Battles, die wurden noch nicht mal gefilmt. So richtig ekelhaft real halt.

Als echter Battlerapliebhaber begrenzte Lyrico sich nie auf nur eine Liga und so trat er im Jahr 2015 sowohl im DLTLLY-Kreis als auch auf der Rap am Mittwoch Bühne an. Schnell zog er mit seinem technischen Anspruch, der markanten Stimme und dem sympathischen Auftreten die Fans auf seine Seite und verstand es wie nur wenige Battlerapper zu der Zeit den Drahtseilakt zwischen Battle und Unterhaltung zu meistern.

2016 machte er da weiter, wo er im Vorjahr aufgehört hatte, trat gegen Tobi Nice, Gregpipe, Mighty Mo, Papi Schlauch und Hansen an, überzeugte durchgehend und ebnete so den Weg für sein bisher erfolgreichstes Jahr. 2017 wurde ein Mann gesucht, der den Champ entthronen sollte und so setzten die DLTLLY-Battlescouts ein Contender-Match auf den Plan: Lyrico trat gegen Robscure an. Zwei Rapper mit gänzlich unterschiedlicher Ausstrahlung trafen aufeinander und warfen sich dies auch gegenseitig vor. Obwohl Robscure auf der persönlichen Ebene wesentlich böser und tiefgehender attackierte, stand am Ende dieses durchaus umstrittenen Battles Lyrico als Sieger fest und hatte das Titelmatch für Dezember 2017 sicher.

In eben diesem Titelmatch merkte man beiden MCs an, wie wichtig ihnen der Gürtel zu sein schien. Beide kamen perfekt vorbereitet und mit durchdachten Lines, persönlichen Angriffen, aber auch der nötigen Portion Humor. Nedal Nib überzeugte mit einem unvorstellbar langen und treffenden Konter, während der Herausforderer klar die Sympathie der Crowd auf seiner Seite hatte. Im Judging wurde es knapp und Lyrico selbst feierte sich zwischenzeitlich sogar schon als Sieger, musste aber erfahren, dass nicht es nicht fünf, sondern sieben Juroren gibt und am Ende doch zusehen, wie Nedal Nib ein weiteres Mal mit dem DLTLLY-Champion-Gürtel nach Hause ging.

Von dieser Niederlage ließ er sich allerdings nicht unterkriegen und trat daher im Jahr 2018 weiterhin in Battles an. So zeigte er sich wieder im DLTLLY-Kreis, erstmals auf dem Splash! und auch gleich zwei Mal in der neu gegründeten Battlerap Bundesliga. Als dann noch das TopTier Takeover x Alpha Royal ins Leben gerufen wurde, konnte man Lyrico auch dort sehen. Auf der Jagd nach dem Turniersieg, dem Plattenvertrag und dem hohen Geldpreis schlug er Merlin in der Vorrunde, scheiterte aber im Halbfinale an SSynic. Lyrico selbst bezeichnet dieses Battle aus mehreren Gründen als das unangenehmste seiner gesamten Karriere.

Mein unangenehmster Gegner war SSynic. Er war gut Vorbereitet und ich sehr schlecht. Natürlich konnte er brillieren, aber am unangenehmsten war mir die Tatsache, dass ich selbst verkackt hab. Ich habe das Battle auch bis heute nicht gesehen.

Aufgrund terminlicher Fehlplanungen und privater Rückschläge geriet er 2019 in eine schwierige Situation. So fanden zwei Battles innerhalb von nur einer Woche statt, während Lyrico mit einer schmerzhaften und nur sehr langsam heilenden Rippenverletzung zu kämpfen hatte. Wie man sich vorstellen kann, fielen seine Leistungen in den beiden Battles eher mäßig aus und Fans zeigten sich enttäuscht. Eine Rückkehr des „Alten Lyrico“ wurde gefordert, jedoch war den Fans nicht klar, wie es mit ihm weiter gehen würde. Im letzten Battle gegen Duff wurden alle Zweifel beseitigt: Lyrico performte wie früher, unterhielt wie früher und wirkte selbstsicherer als je zuvor. Man kann nur hoffen, dass er sich diese alte Frische beibehält und weiterhin Konstant als Protagonist der Szene erhalten bleibt.

Die hier gezeigten Battles sind nur ein kleiner Auszug, denn kaum ein MC hat in den letzten Jahren so viele Matches bestritten wie Lyrico. Der Vollständigkeit halber hier die komplette Liste seiner Gegner: Jotti, Harry Crotch, Proton, Der Fischer, Mars B, Davie Jones, Tobi Nice, Hansen, Papi Schlauch, T-Way, Mighty Mo, Gregpipe, Robscure, Nedal Nib, Bong Teggy, Falk, Khacoby, Merlin, Henrey, SSynic, Karma, Brian Damage, Vyrus, Duff, Joesph Steinschleuder, Sizyphos

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