9. Dezember 2019
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JollyJay im Profil – Der Mann hinter DLTLLY

JollyJay im Profil – Der Mann hinter DLTLLY

Fotoquelle: (c) Julian King
 

JollyJay! Ein Name, der eigentlich jedem Battlerapfan ein Begriff sein sollte. Er wuchs in London auf, zog in seiner Jugend immer wieder zwischen England und Deutschland hin und her, besuchte auch eine Schule in München und erlebte die HipHop-Szenen beider Länder mit. Seine Stiefschwester formte ihn schon früh zum Musikliebhaber, ehe sein britischer Cousin, seines Zeichens selbst Freestyle-Battle-MC den jungen JollyJay für Battlerap begeistern konnte. Inspiriert von dieser familiären Vorbelastung begann er schon früh selbst Texte zu schreiben, allerdings relativ frei vom Battle-Gedanken. Erste Erfahrungen in diese Richtung und Kontakte in der Szene sammelte er in englischsprachigen Foren, vergleichbar mit der RBA. Live trat er erstmals nur in Freestyles an, bis die Liga Don´t Flop englischen MCs die Möglichkeit gab in Written Battles zu gehen.

Ich hab selbst mit 15  angefangen Texte zu schreiben, fand es aber immer geiler weniger Punchline-basierte Songs zu schreiben, sondern mehr Emotionen rein zu packen. Punchlines, die ich trotzdem extrem gern mag, sind eher was für Battles, daher hab ich das sehr schnell zu trennen gelernt.

2010 lebte JollyJay zwar schon in Berlin, hatte allerdings Hunger auf Written Battles. Er gab also sein Debüt gegen Nishi, konnte überzeugen und das Battle klar für sich entscheiden. Sofort hatte er Blut geleckt und flog regelmäßig nach England um Don´t Flop aufzumischen. Man sah ihn noch öfter in der Liga, wo er unter anderem gegen Verb T(von den Four Owls), Prince Kong und Mr. Tounge Twister antrat. Insegsamt konnte man ihn 11 mal bei Dont´t Flop im Battle sehen und findet auch alle Videos heute noch problemlos auf YouTube.

Das Geld für die Miete in Berlin verdienten JollyJay und sein Freund und DLTLLY-Mitbegründer HtoO damals kurzzeitig als Straßenmusiker, während sie an einem gemeinsamen Album arbeiteten. Kurz vor Release dieses Albums produzierten die beiden MCs zusammen mit Red Bull eine Dokumentation, die davon handelt, dass sie zusammen mit zwei weiteren Musikern einen Roadtrip von Berlin nach Casablanca komplett mit Konzerten und CD-Verkäufen finanzieren. Der Weg führte sie über Holland, Frankreich, Spanien und Portugal nach Marokko. Im Zuge dieser Doku entstand auch der Name „Don´t Let The Label Label You“ und das ikonische Shirt, welches man in der Battlerapszene bis heute kennt.

Wir wollten für die Doku erst mal nur ein kleines Sponsoring, damit wir Freunde mitnehmen können, die das Filmen. Mit dem Hintergedanken haben wir eine Pressemappe an Red Bull geschickt und die haben direkt angerufen und angeboten, das ganze Ding zu produzieren. Wir wollten aber nicht als die „Red-Bull-Rapper“ abgestempelt werden, also haben wir statt Merchandise mit unseren Namen drauf einfach „Don´t Let The Label Label You“ auf Shirts drucken lassen.

Nachdem nun schon eine Homepage und Merchandise existierten, entschlossen die beiden sich dazu DLTLLY als Plattform für Underground-HipHop weiter zu führen. Die ersten zwei Jahre wurden Dokus, Freestyle-Raps und Interviews veröffentlicht, bis 2013 in der Berliner Junction Bar das erste Battle-Event abgehalten wurde. Damals schon mit Namen wie Hansen, Mighty P, Brian Damage und Jack Dragon auf dem Flyer. Auch der Chief, den Battlerap-Fans als Anzug tragenden, brüllenden Host kennen, war damals schon mit dabei. Das Event war ausverkauft und somit klar, dass es weitere DLTTLY-Battle-Abende geben wird. Dass man 6 Jahre später mehr als 1100 Zuschauer zu den Events locken würde, war damals natürlich noch nicht absehbar.

DLTLLY ist immer eine Sache die sich verändert. Ich hab auch keine genaue Vorstellung, wie es mal aussehen soll, aber das Wachstum muss organisch und ungezwungen sein. Das war uns immer wichtig. Wir sind auch Stolz, dass wir es komplett ohne uns für Sponsoren verbiegen zu müssen so weit gebracht haben.

Dieses Wachstum führte dazu, dass JollyJay sich nicht mehr auf eigene Battles fokussieren konnte. Ein Mal trat er im Rahmen eines DLTLLY-Events gegen Unanymous an, ansonsten konzentrierte er sich allerdings mehr auf die Arbeit hinter den Kulissen. So hatten ihn hierzulande die Meisten nur als Veranstalter, aber nicht als MC auf dem Schirm. Diesen Umstand sollte das Bilingual-Battle gegen Brian Damage im Dezember 2017 ändern. In Englisch und Deutsch traten die beiden Freunde auf persönlichster Ebene gegeneinander an und JollyJay konnte mit nur einem Battle klären, dass er eindeutig das Zeug zum Champion seiner eigenen Liga hätte, wenn er es darauf anlegen würde.

Mein stärkster Gegner war Brian Damage, weil wir auch Kumpels sind und das entsprechend persönlich wurde. Das ist auch gleichzeitig meine persönliche stärkste Performance und eines der Top 10 DLTLLY-Battles aller Zeiten.

 

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