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Hi Kex Kuhl! Ganz locker zum Einstieg: Wie geht es dir?

Mir gehts ganz gut, danke. Ich altere vor mich hin.

In deinem Pressetext steht „Kex Kuhl hat Battle-Rap hinter sich gelassen“  – Wie kommt es dazu? Verfolgst du dennoch weiterhin die Szene, oder bist du komplett raus?

Ja, also ich glaube, komplett komm ich da niemals raus. Ich liebe Battles und verfolge natürlich auch DLTLLY und RAM auch regelmäßig. Ich habe ja auch noch beim Splash mit ODMGDIA ’ne runde gebattlerapt. Damit war eher der Videobattle Kram gemeint.

Apropos, bei Rap am Mittwoch konnte man dich nur ein Mal in der BMCL sehen. Warum kein weiteres Battle?

Auf nochmal RAM hatte ich ehrlich gesagt einfach keine Lust.

Kommen wir zu deinem Album „Stokkholm“, welches seit Juli bereits im Handel ist. Wie zufrieden bist du im Nachhinein mit dem Projekt?

Mit Stokkholm bin ich mehr als glücklich. Es ist genau so geworden wie ich es mir vorgestellt habe. Vielleicht sogar ein bisschen besser als gedacht.

Mit etwas Abstand jetzt zum Release: Hättest du etwas anders gemacht?

Ja… hätte ich doch lieber eine Deluxe Box gemacht… Nein, mal ernsthaft. Ich liebe das Album so wie es ist. Die Promo würde ich bisschen anders angehen, aber mehr nicht.

Produziert hat dein Album Alex Sprave, bei dem du sechs Wochen zu Besuch warst. Ist in diesem kurzen Zeitraum das komplette Album entstanden?

Also die Songs habe ich ja schon gegen Ende 2016 angefangen zu schreiben. Im darauffolgenden Sommer habe ich mich dann mit Janosch Balogh ein paar Wochen eingesperrt und die angesammelten Melodien, Texte und Ideen zu Demos verarbeitet. Mit diesen Demos war ich dann im Bootcamp Sprave.

Manche Künstler produzieren über Monate oder Jahre hinweg immer mal wieder Songs, du hast nun alles in einem Bootcamp gemacht: Ist dir solch eine Arbeitsweise an einem Album lieber?

Diese Zeit auf dem Land und die Umgebung, die Ruhe, die Familie und Alex selbst haben das ganze nochmal eine neue und für mich perfekte Richtung getrieben. Da hatte ich einfach Zeit, mich komplett auf die Musik und mich selbst zu fokussieren. Ich werde künftige Alben genau so angehen.

Ist man nicht irgendwann nach vier Wochen täglichen Produzieren auch einfach mal leer an Ideen und Lyrics? Wie kommt man da noch an Inspirationen?

Wie gesagt, hat mir das Umfeld in dem ich dieses Album aufgenommen habe nochmal eine komplett neue Sicht auf die Musik gegeben. Daher war auch kein Inspirationsloch zu spüren. Die Muse war quasi allgegenwärtig und meinte es sehr gut mit mit.

Hands on, wie kommt man eigentlich als Newcomer zu solch einem Producer? Sonst nehmen dort Größen wie Casper, Samy Deluxe und Tim Bendzko auf. Kanntet Ihr Euch schon vorher?

Alex lernte ich über Jan-Simon Wolff (mein Label) kennen. Ein wirklich großartiger Musiker mit einem unglaublichen Gespür für Klang. Wir kannten uns keine 5 Minuten und er hatte sofort verstanden wohin ich mit Stokkholm will.

Leider konnte das Album keinen kommerziellen Erfolg mit sich bringen. Meinst du, es liegt eventuell sogar an den für Rap ungewöhnlichen Produktionen? Was würdest du sagen?

Ich habe nicht wirklich mit kommerziellem Erfolg gerechnet, daher stört es mich wenig. Natürlich wäre es toll gewesen, wenn das Ding explodiert wäre, aber ich habe das Gefühl, dass sich doch mehr getan hat und ich andere Leute damit erreichen konnte. Mir schreiben Leute auf Instagram und Facebook, dass meine Musik ihnen hilft und sie sich darin wiederfinden und verstanden fühlen. Das zahlt mir zwar nicht meine Rechnungen, aber macht mich unheimlich glücklich und dass ist nach so einer schwierigen Zeit viel mehr Wert. Die nächste Nummer muss dann halt Kohle bringen haha. Außerdem bin ich kein Fan davon Leute, die mich wegen meiner Musik feiern, dazu aufzurufen, meine Playlist auf Spotify über Nacht im Loop laufen zu lassen. Ja, bringt Klicks und Geld aber dabei würde ich mir einfach dumm vorkommen. Hört mein Album wann ihr wollt, Ihr schönen Menschen!

Wenn man schon mal zum nächsten Projekt schaut: Ist der Sound von Stokkholm wegweißend für kommende Projekte?

Das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern. Es ist kein neues Album aber etwas Ahnliches. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen. Ihr werdet es als erste erfahren, wenn es losgeht. Am nächsten Album sitze ich auch schon. Da ist Stokkholm auf jeden Fall ein Wegweiser und auch die Herangehensweise werde ich versuchen beizubehalten.

Danke fürs Interview! Die letzten Worte gehören dir.

Ich bedanke mich herzlichst bei euch. Ich würde an dieser Stelle gerne Andi Tablez zitieren: „Kauft das Album! Kommt zur Tour!

20.11.2018 – München, Ampere
21.11.2018 – Stuttgart, Schräglage
22.11.2018 – Köln, Volta
23.11.2018 – Hamburg, MS Stubnitz
25.11.2018 – Berlin, Musik & Frieden

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