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Es gibt haufenweise Dinge, die man an der Musikszene gegenwärtig einfach hassen kann. Da wären zum Beispiel diese B-Promis oder YouTuber, die erkannt haben, dass man sich mit ein paar eigenen Songs ein lukratives Nebeneinkommen aufbauen kann. Und was ließe sich dafür besser nutzen als der aktuelle Deutschrap-Hype? Die Vorgehensweise ist eigentlich immer die gleiche: fix ein paar Songwriter in Berlin zusammengecastet, einen generischen Plastikbeat zusammengebastelt, der genauso klingt wie alles, was auf Spotify gerade Erfolg hat und am Ende gilt es nur noch den Text einzurappen. Und den Rest erledigt die Promoagentur.

Neulich: Gina-Lisa Lohfink. Nach Auftritten in renommierten Shows wie dem Dschungelcamp und „Promi Big Brother“ hakte diese Ende November den nächsten Punkt in der klassischen B-Promi-Vita ab und veröffentlichte mit „Boulevard“ einen eigenen Rapsong. „Falsche Titten, echtes Herz, super Arsch ja“ heißt es darauf und aktivierte in uns kurzerhand sämtliche Rapjournaillen-Trigger. Wir wollten daher einen Weg finden, Gina-Lisa so respektvoll wie möglich zu fragen was das Ganze soll und ihr trotzdem vermitteln, was wir von der Nummer halten. Eigentlich waren wir uns sicher, eine Reaktion würde ausbleiben, aber dann hatten wir tatsächlich diese Mail im Postfach. Und bis auf zwei Fragen wurden tatsächlich alle beantwortet.

Trotz der Kürze ihrer Antworten bekommt man doch einen guten Einblick in den Charakter Gina-Lisa. Dass sie diese höchstselbst verfasst hat, ist wohl ersichtlich. Bleibt dennoch Frage, was zur Hölle man mit so einem Textinterview anstellen soll. Wir haben uns nach langer Überlegung entschieden, das Ganze (fast) unkommentiert zu droppen – ungekürzt und unzensiert:

 

Du hast schon so ziemlich alles im Fernsehen und der Öffentlichkeitsarbeit ausprobiert, von Schauspielerei, Reality-TV bis zu Electro-Musik. Wie genau würdest du nun deinen Schritt in das HipHop-Genre beschreiben?

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.

Nach deinen Electro-Partymusik-Versuchen vor 8 Jahren versuchst Du dich jetzt an Rap. Zufällig fällt der Song genau in die Zeit, in der HipHop kommerziell erfolgreicher ist denn je. Das ist kein Zufall, oder?

Doch, was Männer können, kann eine Frau genauso gut.

Was genau meinst du, hat der HipHop-Szene gefehlt, was du nun mitbringst?

Falsche Titten, echtes Herz, super Arsch ja <3

Der Song soll davon handeln, dass du immer weiter machst, egal was andere an dir kritisieren. Warum fällt es dir manchmal so schwer, auf diese Kritiken einzugehen?

Ich kann mit Kritik umgehen, aber negative Presse oder schlechte Kommentare interessieren mich nicht.

Mit „Boulevard“ als deine Debütsingle hast du direkt ein Hochglanz-Musikvideo und Universal als Label im Rücken. Wer muss an einen glauben, damit das möglich wird?

So bleiben wie man ist. Wenn man gut ist und gut bleibt bekommt man halt sowas.

Wer hat den Song eigentlich geschrieben? Warst du selbst in den Prozess verwickelt?

Meine liebe Caro aus Berlin!

HipHop ist ein sehr kulturnahes Genre. Hast du in dieser Richtung einige Vorbilder?

Mein größtes Vorbild ist meine Oma! Ansonsten mag ich Nicki Minaj! (Anmerkung der Redaktion: Ja, Sie hat die Frage wohl nicht so ganz verstanden.)

 

Fotoquelle: Screenshot Youtube