19. Oktober 2019
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Unser Praktikant hat sich KKS von Kool Savas angehört

Unser Praktikant hat sich KKS von Kool Savas angehört

Fotoquelle: Cover: Kool Savas - KKS
 

Das ist das erste Kool Savas Album, dass ich in voller Länge gehört habe – aber natürlich kenne ich die größten Hits vom „King of Rap“ und „das Urteil“ ging auch an mir nicht vorbei. Demnach habe ich also nur eine grobe Ahnung, wer Kool Savas ist (dont judge), wer er sein mag, und welche Musik er macht. Jedenfalls ermöglicht es mir, unvoreingenommen an das Album zu gehen. 

Und genau so, wie mir die Tracks von Savas im Gedächtnis geblieben sind, so sind sie auch auf KKS zu finden: Kompromisslose Texte, Vergleiche, die ab und an ins Geschmacklose gehen, gegen einen Unbekannten, der besser im Sandkasten bleiben soll. Liebeslieder, für die einzig wahre Liebe: Hip-Hop. Dazu kommt noch auf KKS sein, nach eigenen Angaben, persönlichster Track (Krieg und Frieden) über seinen Sohn.

Was am besten auf KKS gelungen ist: KDR, welcher für mich ein Höhepunkt auf dem Album darstellt. Leider ein viel zu früher Höhepunkt, da KDR der erste Track auf dem Album ist. Gut eingesetzer Autotune, guter Flow und im Outro covert er noch Kanye Wests Hitsingle „Heartless“. Perfect. Mag sein, dass Savas nicht so klingen soll, aber an solche Tracks musst du dich erstmal trauen. Genau dieser Mut, sich selbst neu zu erfinden, machen einige Songs so stark. Auch als King of Rap. Dieser Song stellt aber auch gleichzeitig einen frühen Wendepunkt auf dem Album dar, denn nach eben diesem Song geht das gespitte los. Textlich ist Kool Savas zwar gut, aber monoton. Seine Themen bleiben leider immer die selben, welche das Album textlich auf Dauer ein wenig herunterzieht. Trotzdem schön zu sehen, dass er zwar mehr als 20 Jahre rappt, aber immer noch dieses Feuer hat spitten zu wollen. Als sei es für ihn überlebenswichtig wie die Luft zum Atmen oder das Wasser zum trinken. Savas klingt zwar stimmlich nicht mehr ganz wie früher, aber man hört dieselbe Leidenschaft wie damals.

Neben dem Battle-Rap macht Savas auf seinem Album auch Motivations- und ich-liebe-nur-Hip-Hop-Rap. Wer hätte es erwartet… Die Battle-Tracks (KKS, Hawkings, Ende der Vernunft, Batman, Gatekeeper) sind ganz in Ordnung, doch auch hier hätte ich mir mehr Mut gewünscht, im Sound mehr auszuprobieren. Hier sticht „Essah ist zurück“ etwas heraus, denn der Sound kann nerven, macht er aber nicht. Klingt wie eine verzerrte Flöte die auf einem vibrierenden Bassteppich surft, dazu noch sein Sohn (ist nur eine Vermutung) in der Hook, der verkündet dass Essah zurück ist. Die anderen Tracks (Deine Mutter, Universum, Wasser reichen, S auf der Brust) können zünden, wenn man es fühlt. Ich fühle es leider nicht. Gar nicht. Klingen alle sehr wie ein weiterer „Immer wenn ich rhyme“ Teil. Das Original finde ich nicht mal gut. Den schon angesprochenen Track „Krieg und Frieden“ kann ich noch am ehesten fühlen. Auch wenn der Track etwas zu kitschig ist.

Was die Beats angeht, sind sie alle durchweg schön düster und haben stimmige 808-Bässe – zumindest die Battle-Tracks. Die Motivation- und ich-liebe-nur-Hip-Hop-Tracks wirken eher bedeutungsschwanger. Und was die HipHop-Szene wohl am wenigsten braucht, ist noch ein zweiten Motivator a la „Du bist Alpha“-Kollegah. Savas trägt zwar seine Krone des Hip-Hops mit erhobenem Haupt, aber leider mit Scheuklappen. Kaum Abwechslung, außer den im vorletzten Abschnitt besprochenen, experimentellen Track KDR. Unterm Strich bietet das Album keine Vielfalt an Themen. Keine Künstlerische oder Musikalische Weiterentwicklung (Sofern ich das überhaupt beurteilen kann). Bis auf „Essah ist Zurück“, „KKS“ und „KDR“ werde ich mir wohl keine weiteren Tracks regelmäßig anhören. Schade.

Fazit:

King Kool Savas disst lyrisch alles und jeden, motiviert sich weiter zu rappen und erzählt von seinen neuen Vatergefühlen. Wie gesagt, viel Abwechslung ist das nicht, und theoretisch reicht dieser eine Satz aus, um ca. 37 Minuten Album zu beschreiben. Die Beats haben ihren Zweck und untermauern seine Flows, sind aber leider nicht sonderlich innovativ. Ich glaube aber, wer KKS will, bekommt auf KKS auch KKS. Für Leute und Fans, die nichts anderes erwarten, sollte das wohl genügen um rein zuhören. Die 10 Remixe sind ein nettes Gimmick für Fans, die mehr Lust haben, alte Tracks mit neuen Beats zu hören. Lohnt sich aber für mich nicht auf Dauer. Das Album hat mich nur mäßig Unterhalten. Es wird wahrscheinlich nicht viel von hängenbleiben. Da haben andere Kollegen in jüngster Vergangenheit bessere Alben abgeliefert.

P.S.:

KKS hat ein innovatives Konzept, damit sich kein Fan ausgegrenzt fühlt.

  • Kannst du Kool Savas nicht lange hören, dann bleib bei den ersten 12 Tracks. (ca. 37 min)
  • Hast du Bock auf den jetzigen Savas und den von damals, dann höre dir die ersten 12 Tracks plus die 10 Remixe an. (ca. 73 min)
  • Willst du die komplette KKS Dröhnung, dann zieh dir alle 34 Tracks rein. Einziger Nachteil: Der zweite Akt besteht nur aus Instrumentals. Kann also zwischendrin etwas langweilig sein. (ca. 110 min)
Geschrieben von
Robin Fenner
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