18. Juni 2019
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Deutschrap-Trends, die der Anfang-20er heute bereut

Deutschrap-Trends, die der Anfang-20er heute bereut

 
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Das MCFit-Probetraining wegen Fitnessrappern

Knallharte Statements wie „Mein Bizeps hat eine eigene Umlaufbahn“ knallen durch die Kopfhörer in unsere Ohren, während das viel zu schwer gewählte Gewicht an der Latzugmaschine einen fast in eine andere Galaxie katapultiert. Ein Probetraining, um wie unsere geliebten Vorbilder aus den generischen Trainings-Vlogs zwischen 2011 und 2015 zu sein, haben viele von uns absolviert. Zahlreiche Witze über monströse Oberarme, untrainierte Beine und Discopumper haben wir über uns ergehen lassen. Selbst dabeigeblieben sind aber nur die wenigsten. Und: Während ich diesen Artikel schreibe, steht über mir im Regal mahnend die schwarz-grüne Dose eine Supplement-Herstellers.

 

Haftbefehl-Hate und Silbenzählerei

„Haha, er reimt schön auf Realität“. So oder so ähnlich klangen um 2011 auf Deutschlands Schulhöfen die meisten Diskussionen über den Offenbacher Rapper Haftbefehl. Spätestens mit den mal weniger, mal noch weniger lustigen Songparodien von Jan Böhmermann ist der Kern-Fanbase von Rap in Deutschland aber eigentlich klar, dass ein gebildet-herablassender Umgang mit Rappern alles andere als cool ist. Trotzdem hat Youtuber Juliensblog es mit seinen Rapanalysen geschafft, für eine ganze Generation an Raphörern neue Maßstäbe zu setzen: Wer in seinen Texten nicht besonders eloquent und gebildet wirkt, ist ein schlechter Rapper. Heute gilt dieser Ansatz zum Glück für die meisten nicht mehr und die Rufe nach einem neuen Album von Haftbefehl sind lauter denn je.

 

Doubletime-Fetisch

Hamburg, 2011. Rapper Kollegah brüllt auf der Bossaura Tour in die Menge: „Wollt ihr das rappende Maschinengewehr, Freunde?“. Was klingt wie die Ankündigung eines kontroversen neuen Charakters in der Sesamstraße ist purer Ernst und bringt den Saal zum Kochen. Was später folgt ist aber vor allem eines: Unverständlich und von Wohlklang befreit. Aber schnell war es. Und wahrscheinlich auch nicht einfach. Bis auf einzelne Ausnahmen wurde Doubletime schon immer weniger als sinnvoll eingebettetes Element in Songs eingesetzt und mehr zum Selbstzweck: Eben zeigen, was man kann. Und die meisten in unserer Generation haben sich beeindruckt davon gezeigt, auch wenn viele skillvolle „Beatzerberstungen“ schlecht gealtert sind.

 

Battleturnier-Wahn

Okay, zugegeben: Einige Rapper aus VBT und JBB wie zum Beispiel Lance Butters haben es geschafft, sich neben den Videobattle-Formaten ihres Hypes eine ernstzunehmende Karriere aufzubauen. Aber in Retrospektive wirkt heute doch vieles befremdlich, was uns die früher so gehypten Formate vorgesetzt haben: So bekamen wir diverse Punchline-Rapper, die später mit Baba Saad ein mehr als wackeliges Labelkonstrukt gebildet haben – Und einen rappenden Schwamm (!), der später in Form von Deluxeboxen seinen Siegeszug in Deutschlands Kinderzimmer starten sollte. Natürlich alles stets begleitet von pseudo-fachlichen Begriffen wie „Gegnerbezug“ oder „Punchlinedichte“. Die Idee von Video-Battles im Internet ist nach wie vor genial – Ihren Zenit haben entsprechende Formate aber schnell erreicht.

Fotoquelle: Screenshots Youtube[/et_pb_text][/et_pb_column] [/et_pb_row] [/et_pb_section]

Geschrieben von
Matthias
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