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Maskulin. Nach dem Weggang bei ersguterjunge und diversen Streitereien mit Bushido (ihr Verhältnis zueinander gilt bis heute noch als Deutschraps größte On/Off-Beziehung) gründete Fler das Label Maskulin, um seine eigene sowie die Musik von anderen, ausgewählten Künstlern zu vertreiben. Die Gründe dafür lagen auf der Hand: Fler konnte den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und außerdem zehn Euro pro verkaufter CD verdienen. Sieben Jahre nach der Gründung gilt Maskulin als eines der bekanntesten Labels in Deutschland, was letztlich nicht nur Flers Musik zu verdanken ist, sondern auch der gleichnamigen Klamottenmarke, diversen Fitnessprodukten und seinen Interviews – vermutlich vor allem seinen Interviews. Wir bei Heckmeck nehmen unseren Bildungsauftrag sehr ernst und bieten in dieser Ausgabe der Geschichtsstunde einen kleinen Einblick in die Labelgeschichte.

 

Jihad (G-Hot)

Schon 2005 trat G-Hot als neues Mitglied bei Aggro Berlin in Erscheinung. Mit seinem Beitrag auf der Ansage Nr. 5 empfahl sich der Rapper als nächste, große Hoffnung des Erfolgslabels und bekräftigte dies ein Jahr später noch mit seinem Mixtape „Aggrogant“. Kurze Zeit später trennte man sich aus verschiedenen Gründen und G-Hot musste sich mit einer Klage wegen Volksverhetzung aufgrund eines Songs gegen Homosexuelle auseinandersetzen. Nachdem 2008 ein kaum beachtetes Album erschien, begann im Jahre 2011 erneut eine Zusammenarbeit mit Fler bei dessen neuem Label. G-Hot veröffentlichte Gastparts am laufenden Band und war sowohl auf den Maskulin-Mixtapes 1-4 als auch Flers Soloreleases vertreten. 2015 wurde G-Hot in einer Messerstecherei verletzt und es wurde vorerst wieder ruhig um ihn. Im Sommer 2017 drang an die Öffentlichkeit, dass er unter dem Namen SHEN wieder aktiv ist.

 

 

Silla

Silla knüpfte bereits sehr früh Kontakte zu Fler und veröffentlichte 2008, Jahre bevor Maskulin überhaupt gegründet wurde, zusammen mit ihm das Kollabo „Südberlin Maskulin“. Nach seinem Album „Silla Instinkt“ im Jahre 2011 wechselte er schließlich auch vertraglich zu Maskulin und nahm direkt den zweiten „SBM“-Teil auf. Es folgten gefühlt ein Dutzend Alben, die sich thematisch mit dem wechselnden Fokus auf Muskelaufbau und Alkohol mindestens ähnelten. Ende 2014 trennten sich die Wege und Silla unterschrieb bei dem Label Major Moves. Seitdem verläuft seine Karriere wie bei allen ehemaligen Maskulin-Signings eher schleppend.

 

Nicone

Jeder von uns wird wohl Nicone kennen – allerdings weniger aufgrund geschichtsträchtiger Songs, sondern eher durch zahlreiche Internet-Memes. Sein Album „Seelenfrieden“ aus dem Jahre 2015 hält bis heute den negativen Verkaufsrekord von sage und schreibe 35 (!) umgesetzten Einheiten, davon 10 als CDs. Schon zu Maskulin-Zeiten konnte sich Nicone nicht wirklich durchsetzen. Laut Fler war er „erstmal nur auf Probe“ beim Label, kurz danach trennten sich die Wege. Sagt eigentlich alles.

 

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