Hin zur Sone (2008)

Wenn ein Album, das es nicht mal in die Charts geschafft hat, 5 Jahre nach Release auf diversen Onlineportalen das 10-Fache seines ursprünglichen Preises einbringt, war es wohl seiner Zeit voraus. Casper schuf mit „Hin zur Sonne“ eine Platte die trotz des unverkennbaren Rockeinflusses aus heutiger Sicht immer noch straightester HipHop ist. 2008 fragte sich die halbe Szene warum ein legendärer Producer wie Shuko das Album dieses unbekannten Typen aus Bielefeld in den zu engen Hosen produziert und was die ganzen E-Gitarrenpassagen darin verloren haben. Was heute keinem mehr auffallen würde, war für Deutschrap vor 11 Jahren viel zu wenig HipHop und wurde entweder gehasst oder geliebt weil es eben den Mut hatte anders zu sein. Außerhalb der Szene wurde „Hin zur Sonne“ allerdings gar nicht wahrgenommen und wenn, dann auch nur als ein weiteres HipHop-Album von vielen angesehen. Auch die Liste an Featuregästen liest sich aus heutiger Sicht wie ein Klassentreffen erfolgreicher Rapper, allerdings waren Tua, Kollegah, Timi Hendrix, Vega und Co im Jahr 2008 allesamt kleine Fische und so blieb „Hin zur Sonne“ ähnlich erfolglos wie der Vorgänger, die wahre Qualität des Albums wurde weitgehend nicht erkannt oder einfach ignoriert, bis sich etwas später mit Selfmade Records ein gestandenes Label Casper annahm und er endlich die Verdiente Aufmerksamkeit zu bekommen schien.