19. Oktober 2019
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Von der RBA bis zu Kollegahs Turnier: Battlerap in Deutschland

Von der RBA bis zu Kollegahs Turnier: Battlerap in Deutschland

 

Battlerap! Ja ich könnte jetzt weit ausholen, erzählen wie Jugendliche in den 70er Jahren auf dem Schulhof Mutterwitze erzählten und sich irgendwann erste Reime einschlichen. Ich könnte von den ersten Battle-Mitschnitten auf rauschenden Kassetten berichten und irgendwann dazu übergehen, wie sich in Deutschland – ganz nach US-Vorbild – Anfang der 90er langsam die Freestylebattle-Szene auf Jams entwickelte. Ich kenne aber auch meine Leser und gehe davon aus, dass diese sich für Aktuelleres interessieren. Also: Es war vermutlich Eko Fresh vs Kool Savas, deren Beef, gipfelnd im Song „Das Urteil“, wodurch viele heutige HipHop-Fans erst an Disstracks und Battlerap heranführte. Eben dieser Savas war es auch, der als Host durch die erste Feuer über Deutschland DVD führte. Damals noch in einer schlecht beleuchteten, alten Fabrikhalle traten Untergrundlegenden ihrer Zeit wie auch unbekannte Newcomer, deren Namen heute wie ein Who-is-Who der Deutschrap-Szene wirken an und brachten Acapella-Battlerap erstmals einem deutschsprachigen Publikum nahe. Der ruhrpottdominierte zweite Teil konnte hinsichtlich Besetzung wie auch Punchlines nochmal einen draufsetzen, bevor Marcus Staiger Teil 3 mit seiner fragwürdigen Moderation komplett verwurstete.

Hier ein nostalgischer Blick auf die Feuer über Deutschland Reihe.

Danach wurden die Battlerap-Fans ziemlich alleine gelassen und mussten sich mit gelegentlichen, mittelmäßigen Freestylecyphers und dem mitfiebern in der RBA oder bei Onlinebattleturnieren begnügen, bis 2010 Rap am Mittwoch (wieder) auf den Schirm trat. Man konnte beobachten, wie aus einer kleinen Cypher über die Jahre ein regelmäßiges Batlerap-Spektakel samt großartiger Acapellamatches wurde. Parallel dazu entwickelte sich mit Don’t Let The Label Label You noch eine zweite große Liga, die, weg von der Bühne hin zum Cypherkreis, mehr von dem inspiriert war, was die Ligagründer aus England kannten. Die Battles übertrafen das, was man aus Feuer über Deutschland Tagen kante bei weitem, wurden persönlicher, technisch anspruchsvoller und aufgrund der Regelmäßigkeit entwickelten die MCs auch schnell eigene Persönlichkeiten. Fans bekommen schnell das Gefühl, die Rapper zu kennen, jedes Battle bezieht sich auf Vergangene und die Nerds können tun, was sie am liebsten tun: Abnerden. Der Battlerapper Merlin gründete vor einiger Zeit auch noch eine eigene Liga – die Battlerap Bundesliga und veranstaltete zusätzlich das erste große Battlerapfestival, Rap am Mittwoch wurde, nach dem Ausscheiden von Ben Salomo zu TopTierTakeover und sorgte mit dem Alpha Royal Turnier für einen Skandal der gleichzeitig Battlerap enorm pushte.

Wir haben uns mit den Betreibern der drei Großen Ligen bereits zum Interview getroffen. Einfach auf die Namen klicken: Merlin, Jolly Jay, Tierstar

So viel zur Geschichte in aller Kürze. Battlerap lebt natürlich in erster Linie von den Männern (und Frauen) die sich auf der Bühne und im Kreis gegenüberstehen, sich über Wochen auf den Gegner vorbereiten und außerhalb des Battlerap-Kosmos leider viel zu wenig Aufmerksamkeit genießen. Genau diesen Protagonisten wollen wir uns zukünftig widmen: In unserer neuen Artikelreihe präsentieren wir ab sofort immer donnerstags einen Battlerap-Hochkaräter. Den Anfang macht nächste Woche der Mann mit dem nächsten DLTLLY-Titelmatch: Mikesh.

Wer sich die Zeit bis dahin vertreiben will, findet hier unsere Battlerap Sektion voller Interviews und Artikel zu genau dem Thema.

 

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