Palmen aus Plastik 2

Wenn man einen Nachfolger zu einem Album macht, probiert man im besten Falle sich künstlerisch zu steigern und vielleicht sogar den Vorgänger zu toppen. Hier war der Anspruch allerdings ein anderer: Geld. Viel Geld! Während der erste Teil die Szene nachhaltig prägen konnte, probiert Palmen aus Plastik 2 einfach nur so zu sein wie Teil 1 (Spoiler: Nicht mal das hat man geschafft). Man hat gar nicht probiert, sich weiterzuentwickeln und am Sound zu experimentieren. Viele der Songs kommen in dem Falle allerdings nicht mal an die wirklichen Hits aus dem ersten Teil ran. „Ohne mein Team“, „Palmen aus Plastik“ und „Ruhe nach dem Sturm“ waren zweifelsohne riesige Sommerhits, diese sucht man auf Teil zwei vergebens. Vergleicht man „Mörder“ und „Kokain“ fällt spätestens dem letzten 12-Jährigen auf, dass hier einfach auf Weiterentwicklung geschissen wurde. Gerade in Zeiten, wo einfach jeder diesen Sound fährt und probiert, den Erfolg von PaP 1 zu wiederholen und Raf Camora zu kopieren, hätten wir uns von Bonez MC und Raf musikalisch ein deutlicheres Statement gewünscht. Wenn wir in ein paar Jahren über prägende Alben reden, wird PaP 1 definitiv weiterhin eine Rolle spielen, Teil 2 wird allerdings ohne Erwähnung bleiben. Die Erwartungshaltung konnte hier bei weitem nicht erfüllt werden.