12. April 2024
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Wir haben mit den besten Acapella Battlerappern gesprochen #3

Wir haben mit den besten Acapella Battlerappern gesprochen #3

Johnny Rakete

(Foto: Oben rechts, Quelle: Emil Schramm)

Was macht den Reiz an Acapellabattles aus und was fehlt der Szene noch?

Den Reiz macht finde ich besonders die Situation, in die du bei einem Acapella Battle als MC gesteckt wirst. Du stehst (zumindest im Fall von DLTLLY) in der Mitte eines Kreises, face to face mit deinem Gegner und musst liefern. Da zählt alles, deine Mimik, deine Gestik. Die große Klappe, die du sonst vielleicht hast, oder vor dem Battle hattest muss dann auch standhalten. Du kannst nicht nochmal einen neuen Take ansetzen. Wenn der Choke kommt dann bist du halt im Arsch und hast nicht geliefert. Die Acapella Situation macht das ganze insofern geiler, weil du mehr Platz für alles hast. Du hast keinen Beat der dich einschränkt, sondern kannst das Schema, indem du schreibst sehr offen gestalten. Du kannst Zeile eins mit einem Reim anfangen und den erst in Zeile 8 wieder aufgreifen und den Bogen so schlagen, dass es trotzdem unfassbar geil ist. Man hat Platz und Zeit um bisschen zu Schauspielern, kleine Showeinlagen jeglicher Art zu bringen und außerdem auch gut die Möglichkeit das Publikum in seine Parts mit einzubringen. Es ist insgesamt ein sehr schöner, offener Rahmen den man da hat, in dem man sich kreativ austoben kann.

Was der Battlerap Szene fehlt sind Rapper von außerhalb dieser Battlerap-Szene. Man sieht das ja sehr deutlich, viele der Rapper, die an Battles teilnehmen, kommen auch aus dieser Szene bzw. sind mit ihr zusammengewachsen. Die Liste der Rapper die an Battles teilnimmt und nebenbei musikalisch noch mehr vorzuweisen haben als ihre Battles, ist recht kurz. Ich fände es geil, wenn sich da mehr Leute trauen würden, gibt ja auch n paar erfolgreichere Rapper deren Texte sehr battlelastig sind, die sich aber nicht trauen diese Attitüde dann auch mal in nem Live-Battle durchzuziehen.

Ein weiterer Punkt der fehlt wäre, und da bin ich vielleicht auf einem einsamen Posten weil ich in den 90ern kleben geblieben bin, mal wieder bisschen mehr Freestyle-Battles. So klassisch wie damals diese EOW 1 on 1 Freestyle Battles oder die „Wir Battlen Jeden“-Tour der Beatfabrik. Sich vorbereiten können und wissen wer der Gegner ist, ist ja schön und gut, aber so richtig Nervenkitzel kommt erst bei Freestyles wirklich auf, da ist man einfach nochmal sehr viel mehr gefordert.

Das ist glaub ich auch gleichzeitig das größte Problem daran, es gibt einfach nicht so viele gute Freestyler, die ein Level haben, dass langfristig auch für die Zuschauer, die sich das Ganze dann vllt auf Youtube reinziehen auch interessant genug ist.

 

Angenommen Du dürftest zwei Person aus dem Rapkosmos aussuchen, die gegeneinander Battlen müssten. Wer wäre das und warum?

Ich würde gerne Marz gegen Juse Ju battlen sehen, weil sie beide ganz sicher gar keinen Bock drauf hätten.

 

Gegen wen würdest Du selbst noch ein Battle bestreiten?

Ich würde am liebsten gegen Torch battlen, ich habe noch eine Rechnung mit ihm offen!

 

Von all den Beleidigungen, die Du bisher über dich ergehen lassen musstest, bei welcher Line musstest Du selbst richtig lachen und wo fühltest du dich ernsthaft getroffen?

So richtig getroffen hat mich noch keine Line, aber das liegt glaub ich auch daran, dass ich bisher mit keinem meiner bisherigen Gegner irgendwie persönlich Streit hatte oder so, dementsprechend sind die Battles ja dann auch doch recht oberflächlich und sowas ist dann eigentlich recht easy wegzustecken.

Am meisten lachen musste ich definitiv bei allem, was Onkel Oktomusch und Zwetschke gegen mich gekickt haben. Da brauch man nicht diskutieren, das war großartige Unterhaltung, ich könnte dir da jetzt gar nicht eine Line rauspicken, die haben das von vorne bis hinten mit einer großartigen Energie gerappt, da hat alles gestimmt!

 

Wie ist das Gefühl direkt vor einem Battle? Hast Du mehr Angst vor dem was der Gegner auspackt oder eher davor selbst nicht abzuliefern?

Vor einem Battle mach ich mir auf jeden Fall mehr Gedanken darum, ob ich selber gut genug vorbereitet bin und alles richtig auswendig kann, als darüber, was mein Gegner gegen mich sagen könnte. Meine Einstellung ist auch eher so, dass ich in so einem Battle selber letztlich mein größter Gegner bin, weil egal wie gut oder schlecht mein Gegenüber liefert: Wenn ich choke, dann ist es gelaufen, da macht es dann keinen Unterschied mehr, was der gegen mich auspackt. Wichtiger ist, dass ich on point bin und wenn dafür gesorgt ist, dann mache ich mir über den Rest nur noch wenig Gedanken.

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Geschrieben von
kollin
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